Exposed Guts - Westfälische Hammerschläge (Interview, 2004)

Die Zahl der Bands und die Vielfalt der Stile im Bereich des Death Metal ist mittlerweile kaum noch überschaubar. Logisch, dass da leider auch die Qualität des Materials der jeweiligen Bandas nicht immer dem höchsten Niveau entspricht. Eine positive Ausnahme stellt die Band Exposed Guts aus Deutschland dar, welche mit ihrem überzeugenden Album "the way of all flesh" ein starkes Stück Todesblei vorgestellt hat. Da bot sich ein Interview doch geradezu an, um sich näher mit der Band aus Nord-Rhein-Westfalen zu befassen. Gitarrist/Shouter Markus Lempsch stellte sich den Fragen von Schwermetall.ch. Doch lest selbst.

Stellt die Band mal unseren Lesern vor, wie sieht eure Bandgeschichte aus, was habt ihr mit Exposed Guts bisher erlebt?

Markus: Erstmal vielen Dank für das Interview. Wir sind Exposed Guts, eine Death Metal Band aus Nordrhein Westfalen, Deutschland, daher spielen wir auch NRW Death Metal... Die Band besteht seit 1997 mit wechselndem Line-Up und in den paar Jahren haben wir drei Demos veröffentlicht. "The Taste of human flesh" 1998, "Ultimate Gore Assualt" 1999 und ein Promo Tape 2000 welches eigentlich als Split 7" geplant war aber nie veröffentlicht wurde.
Danach folgten zwar einige sehr geile Gigs wie beispielsweise mit Macabre oder auf dem Obscene Extreme in der Tschechei, aber leider kam es zu Line-Up Problemen, bevor das Debut Album aufgenommen werden konnte. Am schwierigsten war es, einen Drummer zu finden, so dass wir uns letztes Jahr entschieden haben das Debut Album, wie übrigens auch schon die Demos zuvor, mit Schlagzeugcomputer aufzunehmen.

Glückwunsch zu Eurem starken Album "Way of all Flesh". Was könnt Ihr über die Aufnahmen und die Entstehung dieses gelungenen Werkes berichten?

Markus: Danke, wir sind mit dem Album eigentlich auch sehr zufrieden. Dafür, dass es in kompletter Eigenregie entstanden ist und einiges sehr schnell gehen musste, da die Platte zum Fuck The Commerce Open Air 2003 erscheinen sollte, ist es unserer Meinung schon ganz gut ausgefallen. Es gibt aber hinterher immer Dinge die man hätte besser machen können. Das Album ist bei uns im Proberaum/Heimstudio aufgenommen worden und war mein erster Versuch einer Produktion. Ich hab vorher echt noch nie was selbst aufgenommen und lange rumprobiert bis ich den Sound so hinbekommen habe wie er letztendlich auf der CD zu hören ist. Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass "The Way Of All Flesh" besser klingt als alle Studioaufnahmen die ich bisher mit Exposed Guts und Deadly Pale gemacht habe. Für's nächste mal gibt's aber noch viel zu lernen, da die Aufnahme eines echten Schlagzeugs sehr viel schwieriger wird, als das Aufnehmen des Drumcomputers. Vielleicht gehen wir für die Schlagzeugaufnahmen auch ins Ragers Elite Studio der befreundeten Band Delirious. "The Way of all Flesh" läuft jedenfalls super und mittlerweile sind über 800 CDs der 1000er Auflage unters Metalvolk gebracht. Wenn's so weitergeht müssen wir Ende des Jahres auf jeden Fall 'ne zweite Auflage pressen lassen.

Die CD hat ein ziemlich cooles, Death Metal-typisches Cover, hattet Ihr wegen solcher Darstellungen schon mal Ärger mit der Zensur?

Markus: Nein bisher gab's da noch keinerlei Probleme, da die CD ja auch nur von kleinen Underground Mailordern vertrieben wird. Vielleicht schicke ich mal eine der letzten CDs an die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, das ist sicher super Promotion wenn unsere CD auf dem Index landet... hahaha...
Mir war aber in erster Linie wichtig, dass wir ein richtiges Cover haben und nicht irgendein Gore-Bild aus dem Internet. Unsere Texte auf der CD waren ja auch gar nicht mehr alle so blutig, daher bin ich schon froh, dass das Cover nur so vor Blut strotzt. Das Cover sollte auf jeden Fall qualitativ hochwertig sein und ein solches haben wir glücklicherweise auch erhalten.

Wie das Cover erinnert auch Euer Sound an Cannibal Corpse, seht Ihr sie als einen wichtigen Einfluss oder orientiert Ihr Euch eher an anderen Bands?

Markus: Das Cover wurde von Luisma von den spanischen Grindern Haemorrhage gezeichnet und sieht tatsächlich schon fast mehr nach Cannibal Copse als nach den Haemorrhage Covern aus. Er hat bewusst versucht es anders zu machen, als seine typischen Cover, aber ich denke nicht, dass er sich da bewusst an Vince Locke orientiert hat. Musikalisch waren Cannibal Corpse aber gar nicht so ein starker Einfluss, eventuell werden bei der nächsten CD ein paar mehr Einflüsse durchscheinen. Meine Faves sind ganz klar Death, Suffocation und Monstrosity. Ich mag aber auch Brutality, Cannibal Corpse, Pestilence und viel neueres Zeug wie Gorgasm, Dying Fetus, Deeds of Flesh, Dehumanized (RIP) und so weiter.
Bewusst orientiere ich mich nicht an irgendeiner Band, wenngleich man diverse Einflüsse schon raushört. Ich gehe aber definitiv nicht mit der Vorstellung "Ich möchte klingen wie Band XY" ins Studio. Viele der aktuellen Bands möchten ja so US und New School-mässig klingen wie möglich aber sowas geht uns eigentlich ziemlich am Arsch vorbei. Wir machen einfach nur Death Metal und was dabei herauskommt ist halt Exposed Guts und klingt hoffentlich nicht so wie 1000 andere Bands. Wir sind weder New School noch Old School, einfach nur brutaler Death Metal.

Sichwort Liveaktivitäten, wie lief es in der Vergangenheit und was ist für die Zukunft geplant?

Markus: Am 3.4.2004 spielen wir zum ersten mal in der Schweiz als Support für Waco Jesus (USA), Isacaarum (CZ) und Todesblei. Das ganze findet im Kulturwerk 118 in Sursee statt, Infos gibt's unter www.metaldiehardfront.com. Ansonten ist für dieses Jahr nur das NRW Deathfest mit Bands wie Disavowed, Putrid Pile, Desecration, Aborted und vielen anderen bestätigt, das Festival findet im September in Wermelskirchen, zwischen Köln und Remscheid statt. Ich hoffe, dass dieses Jahr auch wieder ein paar Schweizer an das Festival kommen www.nrwdeathfest.de.vu . Eventuell gibt's noch einen Abstecher nach Belgien und ein paar Konzerte mit Death by Dawn, bei denen singt Martin Van Drunen. Hab sie letztes Wochenende gesehen und mit dem Gesang sind sie einfach ein Killer, noch genauso wie vor 10 Jahren.

Wie seht Ihr die Zukunft der Band, was sind die Ziele für die nähere Zukunft, ist ein Label in Sicht?

Markus: Mal schauen ob ein Label Interesse hat unser nächstes Album zu veröffentlichen, ansonsten machen wir's wieder selber via NRW Death Metal Records... So läuft's ja eigentlich ganz gut und wir haben die totale Kontrolle über alles, jedoch ist's auch mit 'ner Menge Arbeit und auch Kosten verbunden. Wichtiger ist's da schon Konzerte zu spielen wobei ein Label da sehr hilfreich sein kann. Allzuviele Gigs können wir jedoch auch nicht spielen, da man ja auch die Zeit dafür aufbringen muss, dennoch sind alle Konzertveranstalter mit Giganfragen herzlich willkommen. Wir spielen für Spritkohle!
Ein neues Album wird's definitiv Ende des Jahres oder Anfang nächten Jahres geben, ein paar neue Songs sind schon fertig. Dass das natürlich sehr viel besser wird als "The Way of all Flesh" brauch ich ja nicht sagen, oder? Hehe...

Die berühmten letzten Worte des Interviews gehören Euch.

Markus: Wir freuen uns wahnsinnig darauf am 3.4. zusammen mit Waco Jesus in der Schweiz spielen zu können und wollen uns an dieser Stelle schon mal bei der Metal Diehard Front bedanken. Die Schweizer Sickos gehören definitiv zu den coolsten weltweit und wenn wir's zuvor mit'm Schnäpsli nicht so übertreiben dürfte es auch'n guter Gig werden. Wer mehr über Exposed Guts erfahren möchte kann mal im Netz unter www.exposedguts.de einen Blick auf unsere Website werfen. Die CD gibt's für 10 EUR weltweit, ausserdem haben wir T-Shirts, Schweatshirts und Hooded Sweatshirts.
Danke für das Interview und den Support! Viel Erfolg weiterhin mit www.schwermetall.ch!


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Ravager

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