Nomans Land - Und dieses Wort ist "Hammerfrost" (Interview, 2005)

Jetzt hat es schliesslich doch noch geklappt mit dem Interview. Nachdem Nomans Land mit „Hammerfrost“ einen wirklich grossen Schlag setzten konnten, welcher die gesamte Metal Welt aufhorchen lässt, gibt es hier nun ein paar interessante Informationen rund um die Band selbst. Bassist und Sänger Hjervard gibt Auskunft über die Anfänge des musikalischen Schaffens, er erzählt über die skandinavische Natur, die harten Bedingungen in Russland und über die geplante Zukunft.

Erzähl zuerst einmal etwas über die Bandgründung und die Bandgeschichte.

Nomans Land gründeten sich 1996 in Sankt Petersburg, Russland. Ursprünglich war die Musik auf Doom Metal ausgerichtet, aber schliesslich, und auf Grund von Besetzungswechseln, wandte sich das musikalische Konzept zu Viking / Nordic Metal. Das Material für ein Volllängenalbum war schon gegen Ende 1999 fertig und wurde im Sommer 2000 in den Signal Studios aufgenommen. Noch im gleichen Jahr wurde es von FONO Records (Russland) unter dem Namen „The Last Son Of The Fjord“ veröffentlicht. Die Band spielte schliesslich aktiv in den Clubs von Sankt Petersburg und nahm an den lokalen Festivals teil. Das Jahr 2001 ging vorbei indem die Vorbereitungen für das Material des zweitens Albums liefen.
Als Ergebnis nahm die Band im Sommer 2002 das Album „Hammerfrost“ in den Calypso Studios auf; fertiggestellt wurde es Ende 2002.

Warum genau hat sich das Konzept von Doom Metal zu Viking / Nordic Metal geändert?

Alles passierte auf ganz natürliche Art und Weise. Niemand hat die Konzipierung absichtlich geändert. Wir wuchsen mit der Zeit und in diesem Zusammenhang ist der Konzeptwechsel die logische Konsequenz.

Was waren / sind eure Favoriten im Doom Sektor? Hört ihr noch andere Musik?

Ich mag Anathema und Pyogenesis. Ich weiss auch, dass unser Gitarrist Torvald ganz verschiedene Musik mag, eingeschlossen Doom Metal. Ainar (Schlagzeuger, Anm. d. V.) und Sigurd (Gitarrist und Sänger, Anm. d. V.) können Doom Metal dagegen nicht ausstehen.

Wo nehmt ihr all eure Inspirationen her? Was sind die Hauptgründe für euer lyrisches Konzept?

Der Nordwind und die skandinavische Natur geben uns unsere Inspirationen. Unsere Texte reflektieren all diese Dinge. Wir versuchen unseren Hörern über die Zeiten zu erzählen, in welchen ein Mann noch durch seine Stärke und seine Fähigkeiten für sich selbst stehen konnte - Zeiten, in welchen starke Krieger aus dem Norden Horror über das gesamte Europa brachten und in welchen die Götter dichter bei den Menschen waren als jemals danach wieder. Dies alles ist Gebühr für unsere Gefühle zu den Geistern unserer entfernten Vorfahren, welche durch die Hilfe unserer Sinne zu uns sprechen.

Wie sieht es mit der Natur in Russland aus. Braucht die Band sie, um Musik machen zu können?

Die Natur in Russland ist sehr unterschiedlich, jedoch nehmen wir unsere Inspirationen nur von der nördlichen.

Was sind die Hauptunterschiede zum Vorgängeralbum “The Son Of The Last Fjord”?

Das neue Album ist ein Schritt unserer Entwicklung. Wir stehen nicht auf der gleichen Stelle und streben immer danach, im Vergleich zum Vorgänger ein besseres Ergebnis zu bekommen. Während der Zeit, welche zwischen „The Son Of The Last Fjord“ und unserem derzeitigen Album liegt, studierten wir viel ein und verkörperten dies in „Hammerfrost“.

„Hammerfrost“ ist ein wirklich guter Name für euer Album. Warum habt ihr gerade diesen gewählt?

„Hammerfrost“ versucht dir etwas mitzuteilen über den grausamen Frost des Nordens und über Mjöllnir, den Hammer Thors. Wir versuchten all unsere Texte in einem Wort zu vereinen. Und dieses Wort ist „Hammerfrost“.

Wer ist verantwortlich für das gelungene Cover-Artwork?

Ich habe das anfängliche Modell des Covers gemacht. Danach haben wir zusammen diskutiert und einige Veränderungen vorgenommen. Wir arbeiten immer zusammen.

Welche Rolle spielen Instrumentalstücke für die Band?

Durch die instrumentalen Kompositionen wollen wir alle Arten des Lebens der Epoche der Wikinger zeigen. „Ale“ ist ein Fest in Skandinavien, „At the Odin’s Feast“ steht für ein Wikingerfestmahl nach einer Schlacht und „Fell og Fjord“ zeigt die Härte und die Schönheit der skandinavischen Natur.

Erzähl’ doch bitte etwas über die Situation in Russland als Viking Metal Band und sag ein paar Worte über die Metal Szene dort allgemein.

Die Situation in Russland ist sehr miserabel. Wenn du Metal spielst bist du dazu verdammt ewig zwischen den verschiedenen Clubs umherzuziehen. Im besseren Fall gehst du in die verschiedenen Städte und trittst dort auf. Natürlich sagt da niemand etwas vom Geldverdienen fürs Leben durch die Musik. Das ist auch der Grund, warum wir alle - zum überleben - verschiedenen Arbeiten nachgehen müssen. Durch diese ganzen Dinge haben wir für unsere Musik nur einen Tag in der Woche oder wenige Stunden nach der Arbeit. Im Allgemeinen: es gibt keine Metal Bühne. In Sankt Petersburg, mit 5.000.000 Einwohnern, existiert gerade einmal ein Metal Club. Und diese Stadt ist eine der grössten in Russland.

Wie gut ist die Zusammenarbeit mit Einheit Produktionen? Seid ihr froh über den Wechsel von FONO Records zu Einheit und deren Arbeit?

Ja, wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit von Einheit und wir bereuen den Wechsel keinesfalls. Der Unterschied zwischen der Arbeit der zwei Labels ist riesig. Ja, ich kann ohne Zweifel sagen: Einheit ist besser.

Was macht ihr Jungs so in eurer Freizeit?

Während unserer Freizeit versuchen wir uns zu treffen, dies geschieht leider nicht oft. Jeder von uns hat Familie und jeder von uns hat seine Arbeitsstelle, welche nicht mit der Band zusammenhängt. Aber wenn wir frei von Arbeit und Familienverpflichtungen sind, dann sind wir immer zusammen.

Habt ihr schon angefangen neue Lieder zu schreiben fürs nächste Album?

Ja, wir arbeiten zur Zeit an dem Material. Und wir werden es in der nahesten Zukunft fertig stellen. Es wird sich unterscheiden von „Hammerfrost“, ich denke, es hat sich verbessert. Der Grund, wie ich schon sagte, ist, dass wir nicht auf der Stelle stehen bleiben.

Gibt es andere Bands, in denen jemand von euch mitspielt?

Nein, wir nutzten all unsere Zeit für die Band. Und für keinen von uns ist etwas wichtiger, als Nomans Land.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Ein neues Album aufnehmen, ein Video machen und natürlich in Europa auftreten.

Habt ihr in nächster Zeit Auftritte bei irgendeinem Festival ausserhalb Russlands geplant?

Ja, wir wollen es sehr, wir hoffen, dass alles so klappt und wir zu Gigs kommen.

Letzte Worte?

“Odin!!!”

Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview und natürlich noch viel Erfolg in euerem Heimatland, sowie in Europa und dem Rest der Welt!
Man darf gespannt sein, was uns aus Russland noch erwarten wird! Nomans Land haben aber das nächste heisse (nicht eher kalte? Anm. d. Red.) Eisen gewiss schon in der Tasche.


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sebastian schmidt

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