XIV Dark Centuries - Begleitmusik zum Julfest (Interview, 2005)

XIV Dark Centuries haben sich 1998 zusammengefunden um heidnischen Thüringen-Metal, so die Stilbeschreibung der Band, zu machen. Nach zwei recht guten Demos, welche vor Keyboardteilen nur so strotzten, konnten sie mit "...den Ahnen zum Grusse..." schon eine grosse Fangemeinde um sich scharen, zu der auch ich mich zähle. Vor kurzem haben sie die MCD "Jul" veröffentlicht. Wie ihr ohne Zweifel in Zimmer´s Kritik gelesen habt, handelt es sich dabei um eine wirklich geniale Scheibe, welche ich am besten mit einem kurzen Zitat von Zimmer selbst beschreiben werde: "Die tapferen Krieger vermischen melodiösen, schwarzen Stahl mit traditionellen akustischen Gitarren, Flötenspiel und Maultrommeln und vermehrt klaren Gesängen." Besser kann man "Jul" in einem so kurzen Satz nicht beschreiben.

Aber XIV Dark Centuries ruhen sich keineswegs auf ihren Lorbeeren aus. Derzeit nehmen sie die Lieder für das nächste Album auf, welches im Frühjahr 2006 erscheinen soll. Erzähl mal, wie weit seid ihr denn mit den Aufnahmen, müssen wir wirklich noch ein halbes Jahr aushalten, bis wir das neue Album hören können?

Ja, wir sind gerade im Studio, um unsere neue Scheibe aufzunehmen. Wir werden aber noch mal unterbrechen müssen, da wir mit unserem Studio samt Proberaum umziehen werden. Ansonsten haben wir uns noch nicht auf einen festen Termin für die Veröffentlichung geeinigt.

Bis jetzt habt ihr immer mehr Folkelemente eingebaut und den Black Metal-Anteil immer ein klein wenig weiter zurückgeschraubt. Was kann man denn von den kommenden Lieder erwarten? Kann es passieren, dass der Kreischgesang einmal ganz aus den Stücken verdrängt wird?

Nun die musikalische Richtung wird natürlich beibehalten, aber wir werden nie den Kreischgesang aus unserer Musik nehmen. Ansonsten wird es noch einige musikalische Überraschungen geben auf der nächsten Scheibe. Den "Folkanteil" werden wir natürlich auch beibehalten. Bis jetzt sind wir sehr mit den Liedern zufrieden und freuen uns schon wahnsinnig auf die Veröffentlichung.

Da bin ich gespannt wie die Scheibe klingt. Aber nicht nur der Stil ändert sich ganz langsam bei euch, ihr baut auch gerne neue Instrumente ein. Wollt ihr in Zukunft noch andere Instrumente verwenden?

Das wir nun für einmal eine Flöte und Maultrommel verwendet haben ist eigentlich mehr schmückendes Beiwerk, wird aber aufgrund des schönen Klanges auch zukünftig dabei sein. Ich denke nicht, dass wir noch mehr Instrumente einbauen werden. Wir bräuchten ja dann auch neue Leute, um das Ganze umzusetzen.

Welchen Titel wird denn die kommende Scheibe erhalten, oder steht der derzeit noch nicht fest?

Der Albumtitel steht schon fest. Wir wollen aber ehrlich gesagt noch keine Aussage dazu machen. Ich hoffe ihr könnt das verstehen. Wir wollen im Vorhinein keine Spekulationen oder Mutmassungen.

Gibt es bei den Texten zu "Jul" eine Art Konzept, so eine Art roter Faden, der sich durch die Lieder zieht? "Bragarful", "Julenzeit" und "Rauhnaechte" sind ja alles Feste, welche früher gefeiert wurden oder immer noch werden.

Ja, der Faden ist das Julfest. Die genannten Lieder behandeln Thematiken, die Teil des Julfestes sind. Die Julenzeit natürlich als den gesamten Zeitraum der Wintersonnenwende bis zum Ende der Rauhnächte. Die Rauhnächte sind die Zeit nach der Sonnenwende. Der Bragarful ist ein heiliger Becher oder Horn, der zur Feierlichkeit durch die Reihen der Männer ging, um die Götter für das neue Jahr gewogen zu stimmen. Dann wurde den Göttern geopfert. Also das Trinken aus dem Bragarful war Teil der Zeremonie zu Ehren der Götter zum Julfest. Die anderen Lieder "Auf zur Schlacht" und "Liodhahattr" sind thematisch nicht ganz dabei, wobei letzteres ein Stabreim aus der Edda in altnordisch ist.

Ihr scheint euch damit ja wirklich auszukennen, was mich auch nicht wundert, nachdem ich eure gelungene Homepage gesehen habe. Wie sieht es mit den Texten zum kommenden Album aus, kannst du uns da schon was erzählen?

Wie auch beim Albumtitel halten wir uns da noch sehr zurück. Thematisch erzählen wir einen bestimmten Abschnitt unserer Geschichte (Geschichte von Thüringen). Dieses Thema wurde zwar schon vertont, jedoch nicht in der Form, wie wir es tun werden. Also am besten überraschen lassen.

Na toll, noch etwas, auf das wir warten müssen. Ich hoffe das zahlt sich auch aus, wenn ihr so ein Geheimnis daraus macht. Schreibt ihr die Texte eigentlich zur bestehenden Musik oder umgekehrt?

Ich komponiere erst die Lieder, wobei ich oftmals schon den Gedanken zu einem Text im Hinterkopf habe. Die textliche Umsetzung besprechen Michel und ich gemeinsam. Ansonsten war Liodhahattr mal was anders, da es hier um die Vertonung einer Textvorlage ging. Wir haben hier also den Text vertont und versucht dem Gehalt der Worte gerecht zu werden.

Ihr habt ja bereits etliche Auftritte hinter euch. Jetzt will ich nicht fragen wie die Stimmung bei den Konzerten so ist, denn wenn bei eurer Musik nicht die Post abgehen würde, dann wäre den Konzertbesuchern echt nicht mehr zu helfen. Aber auf so Konzerten erlebt man ja viel. Gibt es da irgendwelche Erlebnisse die ihr uns erzählen wollt oder könnt?

Es gibt da sehr viel, aber am besten sind eigentlich immer die Leute, die zu uns kommen, wenn wir gespielt haben. Erst etwas schüchtern oder vorsichtig. Die merken dann immer, dass man ja mit uns normal reden kann und dann haben wir meistens eine Menge Spass und lernen natürlich so auch neue Leute kennen, die oftmals auch Brüder im Geiste sind. So entstehen irgendwann mal Freundschaften.

Machen die Auftritte noch genau so viel Spass wie am Anfang oder verläuft das mittlerweile etwas in Routine?

Routine wird es nie geben. Wer uns einmal einen ganzen Abend erlebt, der wird feststellen, dass wir immer aufgeregt sind vor dem Auftritt. Wenn Routine aufkommt geht ja auch der Spass dahin.

Gibt es Veranstalter, für die ihr nicht mehr spielen würdet oder hattet ihr noch keine so schlechten Erlebnisse?

Wir hatten schon schlechte Erlebnisse mit Veranstaltern, sind aber nicht so nachtragend. Meistens wird eine schlecht organisierte Veranstaltung trotzdem durch die Stimmung der Leute wieder aufgewertet. Ansonsten wissen wir als Veranstalter selbst, dass es ohne Pannen selten abgeht. Naja, ich kenne schon Veranstalter, die so manches Konzert voll in den Sand gesetzt haben und sei es nur durch das Verkaufen viel zu vieler Karten, weil sie mit einer ausverkauften Halle auch noch nicht genug hatten. Solche Veranstalter verlieren mich als Zuschauer auf ein Leben lang.

Ich weiss zwar nicht, ob du das verraten willst oder darfst, aber ich frage einfach einmal. Aus welcher Band ist XIV Dark Centuries 1998 hervorgegangen?

Ich verrate mal soviel. Es war ursprünglich mehr eine Spasskombo, die sich aus einem Trinkgelage heraus gebildet hat. Durch das zunehmend ernstere Konzept, wollte die Band dann auch die Identität wechseln. Es war eben der Lauf der Dinge. Die Vergangenheit ruht und soll weiter ruhen. Es sind nun noch drei Mitglieder aus dieser Urbesetzung dabei. Diese drei haben noch den Bezug zu der Sache, wir anderen nicht. Deshalb gibt es uns jetzt als XIV Dark Centuries.

Ich bedanke mich recht herzlich dafür, dass du uns deine Zeit geopfert hast und hoffe, dass ich es auch einmal zu einem eurer Konzerte schaffe.


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Tom

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