Paths of Possession - Echter Metal aus Florida (Interview, 2005)

Wer so ein starkes Album wie “Promises in Blood” abliefert, hat auch was zu erzählen. Also höchste Eisenbahn bei den Floridianern von Paths Of Possession nachzufragen wie der Laden läuft. Zu diesem Zweck bot sich Gitarrist Jack Goodwin als Interviewpartner an.

Paths Of Possession sind schon seit 1999 in der Death Metal Szene aktiv. Wie hat sich die Band in dieser Zeit entwickelt?

Jack Goodwin: Dieses Jahr war bisher das geschäftigste. Nick Goodyear und ich mussten unsere Arbeit aussetzen um die ganzen Songs zu lernen und zudem helfen neues Material für das Album zu erarbeiten. Wir hatten auch noch einige Auftritte im vergangenen Jahr in Florida mit Bands wie Dark Faith und Alabama´s Quinta Essentia. Ausserdem waren wir noch von April bis Mai im Studio um „Promises In Blood“ aufzunehmen. Nun arbeiten wir an einem Video für das Stück „Bleed The Meek“ und bereiten uns vor, noch mehr Shows zu spielen, und fangen an eine US- und Europa-Tour zusammenzustellen.

In euren Songs ist der Melodieanteil ziemlich hoch. Hört ihr Melodic Metal, um euch inspirieren zu lassen oder wie entstehen eure Songs?

Jack Goodwin: Unser Songwriting ist nicht notwendigerweise eine direkte Reflexion der Musik, die wir hören. Wir hören zwar viel melodisches Zeug, aber auch härteres, dunkleres, brutaleres Zeug. Wir nehmen einfach etwas von aller Musik, die wir hören oder gehört haben und verschmelzen es, indem wir es durch uns durch fliessen lassen. Es geht vor allem um Stimmungen und Emotionen, oder womit wir uns im Moment beschäftigen. Ich denke, dass der melodische Aspekt immer ein Teil unseres Songwriting sein wird. Aber wir schreiben keine melodischen Riffs, nur um melodisch zu sein. Wir nutzen die Tatsache, dass wir zwei Gitarristen haben.

Es ist allgemein bekannt, dass Florida der Geburtsort legendärer Bands wie Morbid Angel und Deicide ist. Ist Florida immer noch berühmt für Death Metal oder gibt es andere Gebiete in den USA, die für ihre Metal Szene berühmt sind? Wie steht es um Metal allgemein in Nordamerika?

Jack Goodwin: Metal, oder sollte ich sagen echter Metal, wurde in den Underground getrieben als ein Ergebnis des Teeny-bopper-boy-Band-Scheiss und dem Aufstieg des Nu-Metal. Es scheint, als sei die Jugend nur noch interessiert an dem Zeug, das gerade veröffentlich wird. Als ich aufwuchs waren wir in gleichem Masse daran interessiert, was vor uns rausgekommen ist, als an dem Metal, der gerade veröffentlicht wurde. Es scheint, dass jeder mit den Top 40 zufrieden ist und vergisst einige grossartige Bands, die dabei sind und im Underground aktiv sind. Wir haben immer noch ein dichtes Netzwerk echter Metal Bands, die spielen und sich gegenseitig helfen. Aber ich glaube, dass bald die weniger bekannten Bands des Underground von einer grösseren Basis gehört werden.

Gibt es immer noch diese lächerlichen Zensur-Organisationen, die ihre „Arbeit“ verrichten? Ich muss da an Tipper Gore und das "Parents Music Resource Center" (ungefähr zu übersetzen mit „Eltern Musik Hilfsmittel Zentrum“) denken.

Jack Goodwin: Ja, die PMRC sind immer noch unterwegs. Jedoch denke ich nicht, dass allzu viele Leute sie beachten. Es wird immer ein paar verklemmte Bibel-Lügner geben, die Mist erzählen wegen der Macht, die die Christenheit in diesem Land hat. Aber viele Leute fangen an zu merken, dass diese Leute eine Farce sind und nicht praktizieren, was sie predigen. Wenn Tipper Gore etwas nicht mag oder ein Problem mit einer Death Metal Band oder einem Horror-Film hat, sagen die Leute jetzt eher „Wen kümmerts, was gibt’s sonst Neues?“

Laut Labelinfo habt ihr bisher nur in Florida gespielt weil Corpsegrinder ziemlich beschäftigt ist mit Cannibal Corpse. Denkst du, das wird sich in nächster Zeit verbessern?

Jack Goodwin: Cannibal Corpse wird immer die Hauptband von George sein, und wir kommen damit klar. Cannibal Corpse haben uns unterstützt und ein paar von uns hängen von Zeit zu Zeit mit ihnen rum. Was die Verbesserung angeht, wir werden immer zusammenarbeiten, um die Terminkalender beider Bands abzustimmen. Es war etwas hektisch alles, was nötig war, in dem Zeitrahmen zu erledigen, aber wir haben es geschafft. Nichtsdestotrotz unter leicht erschwerten Umständen.

Können Fans von Paths Of Possession hoffen, euch in Europa live zu sehen oder müssen wir alle nach Florida reisen?

Jack Goodwin: Haha… obwohl wir es toll fänden, euch alle hier zu haben, es ist nicht notwendig. Wir planen ja nun eine US und eine Europa Tour. Spart euch das Flugticket. Kauft euch selbst einen Jahresvorrat Bier und kommt zu einer unserer Shows in Europa, irgendwann im nächsten Jahr. Wir freuen uns alle darauf rüber zu kommen und mit euch zu trinken, wenn ihr für die Herausforderung bereit seid.

Besten Dank für die Antworten. Hast du noch ein paar abschliessende Worte an die Leser?

Jack Goodwin: Danke für das Interview. Wir hoffen euch alle nächstes Jahr auf der Tour zu sehen. Und wenn ihr euch überlegt stattdessen hierher zu kommen werden wir zusammen ein Bier auf uns trinken.


Kommentar schreiben


Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.
Bist du noch nicht registriert? Du kannst dich hier gratis registrieren.

Weiteres von Paths of Possession

Kritik: Paths Of Possession - Promises In Blood

Kritik: Paths Of Possession - The End Of The Hour

noch mehr...!

Verfasser

Autor
Ravager

Bookmark setzen

 @ to Google Bookmark  @ to bloglines  @ to newsgator  @ to digg  Bookmark @ del.icio.us  Bookmark @ Mister Wong  Bookmark @ isio.de  Bookmark @ reddit  Bookmark @ blinklist  Bookmark @ technorati  @ to blogmarks

Toolbox

Artikel Drucken Artikel Drucken
Artikel Kommentieren Kommentieren
Artikel zu Favoriten Zu Favoriten
>> Anmeldung nötig


© Schwermetall.ch