Killustrations - Im Gespräch mit der Design-Schmiede (Special, 2007)

Der Tod muss illustriert werden. Was dabei rauskommen kann, beweisen Killustrations seit sieben Jahren eindrücklich. Was sie uns darüber zu erzählen wissen, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Wie lange existiert Killustrations schon und was bietet Ihr Eurer Kundschaft für Produkte an?

Killustrations schafft glückliche Bilder für glückliche Menschen seit ungefähr Anfang 2000.

Wie kommt man dazu, solche Dienstleistungen anzubieten?

Ich kam aufgrund einer Mischung aus Not, Zufall und Interesse dazu. Ich bin jetzt nicht unbedingt der Typ, der schon als Kind den ganzen Tag irgendwas rumkritzelte, interessierte mich aber immer schon für Bilder, die irgendetwas in mir bewegten. Ich fand bei Bands immer mehr als "nur" die Musik interessant. Seitdem ich in verschiedenen Bands aktiv gewesen bin, war ich auch immer derjenige, der für die Konzeption der Artworks zuständig war. Irgendwann wollte ich das dann einfach selber in die Hand nehmen, da ich mit den Umsetzungen der beauftragten Künstler nur selten zufrieden war. Somit entstand mit dem Night in Gales Album "Nailwork" mein erstes Artwork.

Ist Killustrations das Werk einer Einzelperson oder steckt ein Team dahinter?

Das ist alles ausschliesslich auf meinem Mist gewachsen. Killustrations ist quasi mein Künstlername. Ich fand es interessanter, einen Namen zu wählen, der bereits auf Tätigkeit hinweist und trotzdem cool ist (Killustrations ist ja ne Mischung aus "Kill" und "illustrations"), anstatt mir irgendein blödes Pseudonym zu verpassen.

Woher habt Du den düsteren Sound auf Deiner Homepage www.killustrations.com?

Das ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Song "Darling, didn’t we kill you?" von Ulver’s EP "Silencing the Singing". Grossartige Band.

Woher nimmst Du Deine Inspirationen für die einzelnen Designs?

Aus dem Leben. Der Albumtitel (auch wenn er recht abstrakt und nicht aus dem Leben gegriffen sein kann) gibt mir zunächst in etwa die Richtung vor, in die ich gehen sollte. Ich finde, man sollte schon einen mehr oder weniger direkten Link zwischen Titel und Artwork haben. Dann durchforste ich aber immer meine eigenen Gefühle, Erfahrungen und Ideen, um Killustrations Interpretation des Albumtitels zu geben.

Wie entsteht ein Plattencover?

Der erste Schritt ist wie gesagt immer, mich mit dem Albumtitel bzw. mit dem Titel/Thema des zu verunstaltenden Projektes zu beschäftigen. Sobald ich eine zündende Idee habe, begebe ich mich dann auf Bildrecherche bzw. zum Fotoshooting. Im Anschluss daran wird das Material nochmals gesichtet und selektiert und ich beginne mit einem ersten Entwurf. Wenn dieser in der Rohfassung steht, läuft der Rest eigentlich wie von alleine. Das ist dann ein recht intuitiver, kreativer Vorgang, bei dem das Bauchgefühl wichtiger ist als alles andere. Dabei kann das Bild auch etwas von seiner ursprünglich beabsichtigten Form abweichen. Meist ist zwar die erste Idee die Beste, doch im kreativen Fluss kann diese Idee sich im Endeffekt auch mal ganz anders präsentieren.

Gibt es ein Werk, auf das Du besonders stolz bist?

Ich versuche immer, das Beste zu geben, und somit ist jedes Artwork immer das Beste seines Entstehungszeitpunktes. Natürlich gibt es im nachhinein Kunstwerke, die vielleicht etwas gelungener sind als andere, aber das sollte der Betrachter am besten selbst entscheiden. im Prinzip gilt: das nächste Artwork wird das Beste!

Welches Deiner Designs würdest Du am liebsten unter den Teppich kehren?

Parallel zu der vielleicht lieber nicht zu treffenden Wahl des besten Artworks sollte man sich aus seinem Portfolio eigentlich keine "Verliererartworks" ausgucken. Geschmäcker sind schliesslich verschieden und in manchen Kunstwerken stecken mehr Emotionen und Erinnerungen als man vermuten mag. Unter den Teppich kehren würde ich jedenfalls nichts, was unter dem Banner Killustrations entstanden ist. Das ist schliesslich so etwas wie ein persönliches Gütesiegel. Im Endeffekt entscheide ich immer noch selbst, was wirklich veröffentlicht wird und was nicht. Ich stehe zu allen meinen Werken.

Kommen ausschliesslich Metal-Bands zu Dir?

Es kommen zwar nicht ausschliesslich, aber grösstenteils Metal-Bands zu mir. Einerseits ist es aufgrund meines Stils nachvollziehbar und gut so, dass nicht die Wildecker Herzbuben bei mir anklopfen, andererseits wünsche ich mir schon mehr Nicht-Metal Kunden. Man kann auch in anderen Bereichen extreme und ästhetische Artworks zaubern. Ich selber bin grösstenteils dem Metal verfallen, somit ist es super, wenn man ein Album illustrieren kann, das einem selbst gut gefällt. Ich wollte mich aber auf meine Kunden bezogen nie einschränken und werde das auch nicht tun. Weder auf musikalische Stile noch auf die zu gestaltenden Produkte. Es ist vielmehr mein eigener Stil, der das Klientel auf obskure Randgruppen schrumpfen lässt, haha... Dieser ist meiner Meinung nach zwar relativ variabel, aber ich würde mich nie zugunsten eines lukrativen Auftrags vom Killustrations-Stil lossagen. Schliesslich beauftragen die Leute Killustrations, weil sie denken, von mir ein gutes Artwork zu bekommen, und nicht einfach nur, um ihre eigenen Ideen umzusetzen...

Hast Du auch schon für Berühmtheiten gezeichnet?

Zeichnen tue ich ja gar nicht, da meine Arbeiten im weitesten Sinne Photocollagen sind, aber die eine oder andere "Berühmtheit" war in Person von z.b. Six feet under, Amon Amarth, Kataklysm, Aborted, DewScented, God Dethroned oder Zyklon sicher schon dabei. Jedoch kommt es bei mir nicht nur auf die Grösse der Band an, für die ich arbeite.

Wie fällt die Reaktion der "gewöhnlichen Umwelt" auf die zum Teil krassen Arbeiten aus?

Zur "gewöhnlichen Umwelt" habe ich ehrlich gesagt gar nicht so viel Kontakt, denn bis auf meine Familie entstammt fast mein gesamter Freundes- und Bekanntenkreis der Metalszene. Selbst wenn ich bei Aldi an der Kasse stehe, schwinge ich ja nicht ne Mappe mit Arbeitsproben durch die Gegend. Wenn ich trotzdem mal Reaktionen aus dieser Ecke bekomme, sind die meist eher belustigend, da die Leute in der Regel einfach nix damit anfangen können.

Wie machen die Dienste des Künstlers im Geldbeutel seiner Kunden bemerkbar?

Zunächst mal machen sie sich bemerkbar, denn ich arbeite natürlich nicht umsonst. Aber das Loch, was ich im Anschluss an ein Artwork in den Geldbeutel meines Auftraggebers reisse, dürfte nicht allzu gross sein. Natürlich möchte und muss ich für Qualität bezahlt werden, denn erstens lebe ich von Killustrations, und zweitens braucht ein gutes Artwork schlichtweg einen gewissen Aufwand an Schweiss, Blut und Tränen, bis es veröffentlichungsreif ist. Im Vergleich zu den meisten Kollegen liege ich so ziemlich im Mittelfeld, was meine Preisklasse angeht. Feste Preise gibt's eh nicht, da jedes Projekt von Anfang bis Ende individuell gehandhabt wird. Ausserdem bin ich immer offen für einen guten Deal oder Paketpreise, z.B. wenn es ausser dem Artwork noch ein paar Merchandise Designs und ein Poster sein sollen. Wen es näher interessiert, was ein Killustrations Artwork kostet, der soll mich am besten beauftragen, eins zu machen!

Wie machst Du auf Dich aufmerksam (Werbung)?

Die beste Werbung ist ein gutes Werk. Noch besser ist es natürlich, wenn dieses gute Werk auf dem Album einer gut verkaufenden Band zu sehen ist. Je mehr Leute das Artwork sehen und es cool finden, umso grösser ist natürlich die Chance auf einen daraus resultierenden Auftrag. Darüber hinaus macht natürlich die Internetwerbung auch ein bisschen was aus. Neben meiner Hauptseite www.killustrations.com habe ich unter www.myspace.com/killustrations noch die obligatorische Myspace-Seite. Also schaut einfach mal vorbei!

Wir vom Schwermetall-Team danken Dir für die Mitarbeit und Deine offenen Antworten.

Nix zu danken, es war mit ein Vergnügen! prost...!


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Raininterror

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