Aliengates - Die Tore zu einer anderen Welt (Interview, 2001)

Aliengates, waren mir vom Namen her bereits schon einige Zeit bekannt, vor allem durch ihre Internetpräsenz. Vor einiger Zeit hab ich Aliengates zusammen mit Slaine und Knowhere live gesehen und wollte mehr über die Ostschweizer erfahren und hab sie daher via Telefon befragt: Zunächst mal eine Allgemeine Frage: Machen euch Interviews Spass oder nerven sie euch eher?

Ja, also es ist in dieser Art das erste Interview, das wir haben!

Freut mich, euch zu entjungfern! : ) Euch gibt's ja erst seit Juni 2000. Was waren die Gründe und Intuitionen, dass ihr euch ins Leben gerufen habt?

Pascal: David und ich haben uns am Dark Tranquility Konzert getroffen und er hat vorher schon Musik in unsere jetzigen Stilrichtung gemacht. Er hatte zur Zeit keine Band und ich auch nicht. Dann haben wir Filipe angefragt, der schon beim alten Aliengates Line up als Gitarrist dabei war. Und dann hat man sich mal getroffen und beschlossen, Sound der Sorte In Flames oder auch (alte) At the Gates  zu machen. Es gibt aber relativ viele weitere Einflüsse wie zum Beispiel Dark Tranquility.
Filipe: Bei mir zählen eher Bands wie Morgana Lefay und Nevermore zu den Einflüssen. Ja, Pascal ist halt einfach nicht so der melodische Typ, haha!

Wie habt dir die Zeit seit eurer Gründung erlebt, gab es schon viele Auftritte?

P: Bisher hatten wir schon drei Konzerte, eines in Frauenfeld, eines in Sankt Gallen und das bisher letzte war im Dynamo, in Zürich.

Das Konzert in Zürich ist ja unter etwas schwierigen Umständen zustande gekommen. Ihr hattet schon vor eurem Auftritt festgelegt gehabt, dass ihr euch von der Lady am Bass und eurem Drummer Christian trennen würdet. Welche Rolle spielten die beiden für euch  in der Band und wie kam es zur Trennung, wie geht's jetzt weiter?

P: Wir hatten eigentlich zuerst schon einen Schlagzeuger, dann hat mich aber der Schlagzeuger von alten Line up gefragt, ob er wieder einsteigen dürfte. Ich dachte mir, dass ich ihm eine Chance geben kann, aber es wurde dann immer schlechter.
D: Unsere Bassistin ist mehr oder weniger behelfsmässig eingestiegen. Wir hatten aber trotzdem die Tendenz eher technischen Sound zu machen. Es wurde dann etwas schwierig, als wir ihr Sachen zeigten, die ihr Können etwas überstiegen, da sie erst kurz zuvor angefangen hatte zu spielen. Am Anfang hatte sie noch sehr viel Zeit mit Üben verbracht, jedoch wurde sie mit der Zeit mehr und mehr zur Proberaumhockerin, sie weiss das. Und wir hatten doch höhere Ambitionen und Ziele mit unserer Musik und es hatte sich mit der Zeit nicht mehr vereinbaren lassen, denn sie waren immer die Schwachpunkte an den Konzerten. Sie hatten die Lieder zwar vor den Konzerten einigermassen im Griff aber live haben sie nicht überzeugt. Wir haben zudem unterschiedliche Vorstellungen von der Musik und wir wollten mehr machen, als sie bereit waren in die Band zu investieren und so hat sich das ganze etwas auseinanderentwickelt. Es wären zwar in der nächsten Zeit Konzerte geplant gewesen, aber unser neuer Drummer muss sich auch noch zuerst etwas in unsere Lieder einarbeiten, und da er gerade im Militär ist, haben wir die nächsten Konzerte abgesagt.

Aliengates ist ein relativ spezieller Name. Für mich bedeutet Aliengates so etwas wie die Tore zu einer anderen Welt, liege ich mit der Interpretation des Namens richtig oder weshalb habt ihr euch Aliengates genannt? Was bedeutet für euch der Name?

P: Es sind wie du gesagt hast die Tore, durch die man neue Ufer betreten kann. Es kommt auch daher, dass ich voll auf Aliens abfahre, so wie sie H.R. Giger designt. (siehe Gallery Anm. d. R.)
D: Da wir In Flames, Dark Tranquility, sowie alte At the Gates zu unseren Einflüssen zählen, liegt es nahe, von At the Gates zu Aliengates eine Verbindung zu machen. Uns wurde eigentlich erst später bewusst, dass Aliengates im von dir erwähnten Sinn interpretiert werden kann.

Für die Texte ist ja bei euch hauptsächlich David zuständig. Meiner Meinung nach haben sie oft einen dunklen Fantasy Touch, scheinen aber nur hintergründig politisch zu sein, was wollt ihr mit den Lyrics bezwecken und wie wichtig sind sie für eure Musik?

D: Ich bin ein grosser Since Fiction Fan und auch Fantasy. Ich versuche irgendwie die Magie mit Technologie zu verbinden, in dem ich geile Wörter finde und sie dann in einen Text verarbeite. Wir möchten einerseits nicht grosse politische Aussagen machen, jedoch haben die Texte für uns schon eine starke  Bedeutung. Wenn man zwischen den Zeilen liest, findet man einige Aussagen in den Lyrics. Meistens kommen die Ideen von der gesamten Band und ich schreibe dann die Texte.

Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Musik?

F: Es kommt immer etwas drauf an.
D: Manchmal habe ich gute Ideen durch Filme, oder vielleicht wenn man einen schönen Sonnenuntergang betrachtet, hat man plötzlich wieder eine Idee. Aber eigentlich bin ich 24 Stunden online mit meinen Fühlern für Intuitionen, meistens hat man unerwartet Ideen.

Welche Bedeutung hat für euch das äusserliche Auftreten einer Band, wie zum Beispiel beim Black Metal das Corpsepaint?

P: Wir legen eigentlich nicht so viel Wert auf das äusserliche Auftreten. Wir haben zum Beispiel beim letzten Konzert gerade mal knapp abgemacht, dass wir eher in schwarz erscheinen werden. Es ist zwar egal, wenn  jemand in neongelben Hosen auftritt, es passt aber nicht wirklich zu unserer Musik.
D: Wir wollen mehr unsere Musik hinüber bringen, als uns zu bemalen oder so irgendwas.

Genau meine Meinung: Erst die Musik, dann das Auftreten. Wie beurteilt ihr die Bedeutung des Internets für die Promotion von Undergroundbands?

P: Ich manage bei uns eigentlich den Webauftritt. Wir haben in den Monaten, in denen wir jetzt zusammen sind, schon früh gemerkt dass eine Website sehr wichtig ist. Wir hatten schon sehr früh eine Website gehabt. Ich hatte zwar zuvor noch keine grosse Ahnung vom Webdesign, habe dann aber mehr oder weniger behelfsmässig begonnen eine Homepage einzurichten. Irgendwie knüpft man sehr viele Kontakte via Internet. Ich denke es ist ein sehr gutes Medium, zum z.B. in der Schweiz den Leuten ins Gewissen zu reden und zu sagen: "Hei Hallo, wir sind auch noch da, uns gibt's auch!"

Bei uns laufen etwa drei viertel der Kontakte über Internet. Das Internet ist auch sinnvoll, um mit anderen Bands Kontakt aufzunehmen - auch mit Bands ausserhalb der Schweiz. Wir sind zum Beispiel mit dem Sänger Night In Gales zufällig in Kontakt gekommen. Wir haben ihm mal geschrieben und er antworteten uns. Später haben wir dann wieder geschrieben. Ich finde dies noch recht interessant, denn uns gefällt der Sound der Band recht gut. Ja, das sind einfach solche Sachen, die ohne Internet nicht möglich wären.

Wie wird sich der Metal  in Zukunft weiterentwickeln?

P: Soilwork sind im Gegensatz zu In Flames noch einen Schritt weitergegangen, sie zeigen wohin es geht.
F: Ich denke auch, dass Soilwork so in etwa gezeigt hat wohin es in Sachen Death Metal gehen wird.

Ihr kennt sicher Roger Schawinsky, mit seiner 24Minuten Talk Sendung, er erwähnt zum Schluss immer noch einige Stichworte und erwartet dann Kommentare der Interviewten. Mein erstes Stichwort ist "Dimmu Borgir":

P: Wir gehen ans Konzert am Montag! Die sind voll genial!

Zweites Stichwort: "Hip Hop"

P: Na ja, jedem das Seine... hahaha!

Und "Jesus":

D: Hmmm... ja auch wieder: jedem das Seine, wir sind eigentlich offen. Jeder hat seine Religion. Unser Glaube ist die Musik!!!

So, jetzt dürft ihr noch irgend etwas erwähnen, dass euch noch auf der Zunge brennt:

Support the Underground!!!

Ganz genau!

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Morgenstern

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