Black Horizons - wenig Worte, viel Musik (Interview, 2007)

Black Horizons ist seit langem wieder einmal eine Black Metal Band, die mich echt begeistern konnte. Aufgrund dessen freute ich mich auch riesig, als man mich fragte, ob ich ein Interview mit der Band machen möchte. Immerhin findet man im weltweiten Netz nicht gerade sehr viel Informatives über die Jungs. Um etwas Licht in das Dunkel zu bringen, erzählt uns Stephan kurz und knapp die bisherigen Ereignisse.

Stephan: Unsere Homepage www.blackhorizons.de ist leider immer noch nicht online, das müsste sich aber in den nächsten Wochen erledigt haben. Black Horizons wurde Ende 2002 gegründet. Unser Debut "Suicide Symphonies" wurde dann 2003 aufgenommen und im Oktober 2004 über Twilight rausgebracht. Das aktuelle Album "A Dream’s Funeral" ist dann im Februar ebenfalls via Twilight erschienen.

Das ist zwar eine sehr spärliche Antwort, aber ich frage mich schon durch. Black Horizons ist ein Zwei-Mann Projekt. Seid ihr auf der Suche nach weiteren Musikern um auch einmal live auftreten zu können?

Stephan: Ursprünglich haben wir nur zu zweit gestartet und uns mit Session-Musikern für Auftritte beholfen. Seit kurzem haben wir aber endlich ein stabiles Line-Up und sind somit auch "live-fähig".

Na dann schafft ihr es hoffentlich auch einmal nach Österreich und in die Schweiz zu kommen. Ihr habt euer letztes Werk dem verstorbenen Nödtveidt von Dissection gewidmet. Rein musikalisch gesehen würde ich sagen, dass ihr nicht nur von diesen Schweden, sondern auch von Naglfar beeinflusst seid. Habt ihr noch andere Vorbilder?

Stephan: Ich für meinen Teil bin ganz klar von Unanimated und Vinterland inspiriert - und natürlich von Dissection. Mit Naglfar konnte ich nie so viel anfangen, keine Ahnung warum, folglich sind wir nicht von Naglfar beeinflusst.

Wird eure neue Scheibe nur von Twilight vertrieben oder steht ich überhaupt bei denen unter Vertrag?

Stephan: Wir haben bei Twilight einen Vertrag, der über 2 Alben lief.

Und die sind bereits beide auf dem Markt. Wollt ihr euch für die dritte CD einen neuen Partner suchen oder arbeitet ihr weiterhin mit Twilight zusammen?

Stephan: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Man wird sehen wie es in Zukunft weitergeht.

Auf dem Cover des aktuellen Albums glaube ich ein Gesicht erkennen zu können. Soll es das Leichentuch Jesu oder etwas Ähnliches darstellen?

Stephan: Es handelt sich um ein Gesicht. Aber nicht um das Leichentuch von Jesus. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Ihr habt ja für "Suicide Symphonies" schon sehr gute Kritiken erhalten und soweit ich mich noch erinnere klingt die CD zwar etwas roher und ist vielleicht noch eine Spur schneller, ansonsten war sie aber schon genau so genial wie euer neues Werk. Wieviele wurden denn davon in Umlauf gebracht?

Stephan: Danke für das Kompliment! Ich würde sagen, dass unser erstes Album spontaner war und ein sehr besonderes, düsteres Feeling durchzieht die Scheibe. Wie viele Scheiben verkauft worden sind, kann ich dir leider nicht genau sagen.

So weit ich mich erinnere hattet ihr damals noch keine unverzerrten Gitarrenteile. Warum sind diese auf "A Dream’s Funeral" plötzlich so zahlreich vertreten?

Stephan: Auf dem ersten Album gab es auch cleane Gitarrenparts z.B. das Akustiksolo in "The Knife". Das ist aber keineswegs Absicht, mehr oder weniger Akustikparts reinzunehmen - wenn es in einen Song passt, kommt es rein.

Neben Akustikpassagen verwenden in letzter Zeit immer mehr Black Metal Bands cleane Gesangseinlagen. Enthroned liess sich auf der letzten Scheibe dazu hinreissen und sogar Marduk wurde für den Song "Accuser / Opposer" vom Primordial Sänger mit seinem genialen Gesang unterstützt. Könntet ihr euch ähnliches für die Zukunft ebenfalls vorstellen?

Stephan: Nein.

Das war ja wohl mehr als deutlich. Mittlerweile kann man sich ja sogar fast jede Black Metal Scheibe als Mp3 aus dem Internet ziehen. Denkt ihr, dass das längerfristig das Aus für die Musikszene ist oder seht ihr vielleicht sogar etwas Positives in dieser Entwicklung?

Stephan: Wenn ein Album geil ist, wird es gekauft, egal, ob es Mp3 aus dem Internet gibt oder nicht.

Das ist im Metal bereich zum Glück noch so, ja. "A Dream’s Funeral" wurde zwar erst vor Kurzem veröffentlicht, aber gerade Zwei-Mann Projekte sind dafür bekannt, oft mehrere Scheiben im Jahr rauszubringen. Habt ihr auch schon Material für eine neue CD oder ist das Songwriting bei euch ein Prozess, der sich ewig hinzieht, um auch noch die allerletzte Möglichkeit jedes einzelnen Liedes auszuschöpfen?

Stephan: Es ist schon wieder sehr viel an Songmaterial zusammengekommen, noch bevor wir unser Line-Up komplettiert haben. Wir haben bereits an den Songs fürs 4. Album gearbeitet!

Wart ihr dafür schon in einem Studio oder existiert es noch als Demoband?

Stephan: Die Songs habe ich zu Hause in einer Rohfassung aufgenommen.

Was darf man denn von eurem kommenden Album erwarten und vor allem wann wird es denn so weit sein?

Stephan: Ich hoffe, dass wir noch dieses Jahr ins Studio gehen werden, es ist allerdings noch nichts spruchreif. Auch ist momentan noch gar nicht klar, ob überhaupt "alte" Songs verwendet werden. Vielleicht schreiben wir ja das neue Album komplett neu als Band.

Habt ihr schon einen Namen dafür?

Stephan: Nein.

Sind die oben genannten Bands eure einzigen Einflüsse für eure Musik oder lasst ihr euch noch von etwas Anderem inspirieren?

Stephan: Schwierige Lebenssituationen beeinflussen mich sehr oder vielleicht besser formuliert: der Gedanke an Situationen, in denen ich mich befunden habe.

Eure Texte scheinen alle recht schwermütig zu sein, allerdings ist der Hintergrund davon schwer zu verstehen. Wovon handeln sie im Allgemeinen?

Stephan: Die Texte " A Dream’s Funeral" sine allesamt sehr persönlich. Ich beschäftigte mich damals sehr viel mit Träumen und der Sehnsucht, die diese beinhalten.

Sind für euch Texte wichtig um die Musik zu unterstützen oder sind sie für euch bloss schmückendes Beiwerk?

Stephan: Für mich als Texter sind sie sehr wichtig, ist ja logisch, wenn es sich um die eigenen Gedanken handelt. Bisher haben wir immer erst die Musik geschrieben und dann die Texte. Ich würde aber ganz gerne in Zukunft einmal ausprobieren, wie es anders herum klingt. Ich meine, die Musik für einen bestimmten Text zu schreiben.

Was macht ihr eigentlich privat so? Geht ihr gerne auf Festivals und Konzerte oder seid ihr mehr die Sorte von Black Metaler, die eher zurückgezogen lebt?

Stephan: Also ich kann dir nur sagen, dass ich sehr selten weg gehe und es geniesse, alleine zu sein. Unser Bassist ist ständig unterwegs auf allen möglichen Konzerten und Partys und die anderen 2 sind auch eher ruhig geworden.

Habt ihr für die kommende Konzertsaison schon Auftritte in Aussicht?

Stephan: Im Moment sind 2 Auftritte bestätigt, ich hoffe aber das noch einige weitere folgen werden. Auf www.blackhorizons.de kann man sich darüber informieren.

Na dann hoffe ich, dass wir uns auf einem der Konzerte einmal sehen und wünsche euch viel Glück bei den Aufnahmen zur neuen Scheibe.

Stephan: Danke Für das Interview!


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Tom

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