Doomstone - Death Metal aus Trier (Interview, 2001)

Doomstone hat mir vor einiger Zeit ihr Debüt-Album zukommen lassen. Da die Musik echt stark ist, wollte ich mehr von der Band wissen: Euch gibts jetzt schon seit 1995. Habt ihr euch schon vorher musikalisch betätigt oder ist Doomstone eure erste Band?

Eric: Nein
Weirich: Burning Angel (Death-Metal)
Metty und Heiko: Epyllion (Power/Thrash)
Andreas: Nein

Ihr behauptet von euch, einen ganz eigenen Stil zu verwenden. Wie würdet ihr eure Death Metal Art denn genauer beschreiben und welche Einflüsse verwendet ihr bewusst und unbewusst?

Bewusst verwenden wir keine Einflüsse, aber unbewusst sind wir natürlich von unseren Heros geprägt, d.h. Death, Carcass, Dismember, Testament und Annihilator sind wohl die Bands die den meisten Eindruck hinterlassen haben. Beschreiben konnten wir uns noch nie , wir wussten zwar dass wir Death - Metal machen, doch konnten wir uns selbst nie in eine Schublade stecken. Wir hoffen dass uns Aussenstehende beschreiben können. (das hat natürlich seinen Vorteil da man sich mit uns mehr beschäftigen muss, hehe)

Ihr seid ja relativ oft live zu sehen gewesen, auch wenn nicht immer viele Zuschauer da gewesen sind, habt ihr stehts alles gegeben, ist das auch mit ein Grund, warum erst nach 5 Jahren Bandgeschichte ein Album entstanden ist? Zusatzfrage: Werdet ihr bald einmal in der Schweiz oder im nahen Grenzraum zu sehen sein oder wo tourt ihr sonst?

Der Grund für die späte Aufnahme ist das dieses Line-up erst seit ca. 2 Jahren komplett steht und vorher noch nicht genügend Material vorhanden war um ein volles Album einzuspielen. Zusatz: Wenn Interesse besteht kommen wir gerne in die Schweiz , d.h. für Spritgeld kommen wir eigentlich überall hin, also wer uns die Möglichkeit gibt, wir kommen gerne. Momentan haben wir viel Regional gespielt wollen dies jedoch nicht überreizen und wollen jetzt überregional wie z.B. das Saarland unsicher machen.

Bei eurem Album Obsidian ist mir aufgefallen, dass ihr recht experimentierfreudig seid, trotzdem aber nie vom Death Metal abgewichen seid - wie sieht ihr das? Seid ihr eingefleischte Deather oder würdet ihr auch mal einige Black Metal Experimente zu wagen?

Bei Doomstone selbst will man nur Death-Metal machen und man will keinerlei Black-Metal Einflüsse verarbeiten, doch ich selbst (Eric) würde gerne in einem Projekt was in Richtung Black-Metal machen, da ich selbst viele Black-Metal Sachen gut finde.

Aufgefallen ist mir optisch vor allem das geniale Cover eurer CD, ich bin nur nicht ganz sicher, ob ich mit meiner Interpretation richtig liege, dass da jemand aus dieser Kugel herausbrechen will, sich irgendwie eingeengt fühlt, alleine ist. In welchem Zusammenhang wolltet ihr das Cover im Bezug auf die Musik verwenden?

Deine Interpretation ist schon richtig, die Kugel ist ein Stein (wie im Titel des Albums auch gesagt : Obsidian ist ein Stein) . Doch das Cover bezieht sich mehr auf unseren Bandnamen. Ein weiterer Grund ist das wir kein typisches Death-Metal Cover haben wollten, d.h. kein Blutgespritze oder Monster. Man soll bei dem Cover ruhig ein bisschen Nachdenken und frei Interpretieren.

Ihr habt das Album im Oktober im Studio E in Zeltingen-Rachtig aufgenommen. Hattet ihr genug Zeit und wie verlief die Zusammenarbeit mit Produzent Markus Stock (u.a. Empyrium Mainman)?

Zeit ist Geld und Geld haben wir keins. Wir hatten nur 6 Tage Zeit um das Album aufzunehmen. Doch haben wir in den 6 Tagen das Maximum herausgeholt wie ich finde, was mit an der guten Zusammen arbeit mir Stocki ( Markus Stock) gelegen hat, welcher viel Geduld mit uns hatte und einen excellenten Job gemacht hat. Der Sound hat uns wirklich umgehauen und wir sind sehr stolz auf diese Produktion, denn wenn man sich manch andere Eigenproduktionen anhört, da vergeht einem dann alles.

Die älteren Songs der CD scheinen noch nicht ganz so experimentell ausgefallen zu sein, wobei bei Psycho, ein neueres Stück schon strangere Elemente vorhanden sind. Wie würdet ihr eure musikalische Entwicklung beschreiben?

Anfangs hat Doomstone eher Thrashig gespielt, was man an Bleeding Horror hört, also eher geradliniger und eingängiger doch mit der Zeit wollten wir einfach was neues machen und irgendwie kam es dazu, dass sich etwas Eigenständiges entwickelt hat und nun wie in Diabolic Evil auch vor leicht progressiven Elementen nicht zurückschreckt.

Bei euch schreiben ja Eric und Matthias die Texte und Andreas ist Hauptsongwriter. Wie geht ihr beim Komponieren vor?

Anfangs hat einer eine Idee und es existiert ein oder zwei Riffs worauf aufgebaut wird und dann gibt jeder seinen Senf dazu bis alle zufrieden sind, dann kommen die Texte und dann ist es auch schon fertig. Klingt einfacher, als es ist, denn jeden Zufriedenzustellen ist ne ganz schön harte Sache.

Als letztes möchte ich noch gerne wissen, wie es bei euch mit der Metal Szene in Trier und Umgebung aussieht. Gibts viele Bands und Auftrittsmöglichkeiten?

Inzwischen herrscht ein reger Konkurrenzkampf, da es manchen Leuten nicht passt dass man voran kommen will, deswegen versuchen halt gewisse Leute uns Steine in den Weg zulegen, doch werden wir diese Steine einfach platt machen. Man sollte unter den Bands sich gegenseitig helfen, denn es schon schwierig genug zu überleben. Es gibt genügend Leute, die die Szene kaputt machen wollen. Doch momentan ist die Szene hier in Trier am wachsen und die Angebote steigen wie z.B. die Metalparties im Ex-Haus mit ca. 400 Besuchern. Auftrittsmöglichkeiten gibt es ebenfalls genügend, doch die Leute mal etwas ausserhalb zu mobilisieren ist schon etwas schwieriger, da manch doch zu faul sind sich ins Auto zu setzen und 30 km zu fahren. Zum Schluss wollte ich dir noch danken für dieses Interview und alle Metalheads grüssen, mach weiter so nur durch solche Leute wie dich hat der Underground eine Chance.
Vielen Dank und Hail Metal!

Danke auch und viel Erfolg!

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Morgenstern

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