Up From The Ground 2007 - 24.08.2007-25.08.2007 (Livebericht, 2007)

Schon gute 7 Jahre existent, wächst das von Final Breath veranstaltete Festival von Jahr zu Jahr. Eine kleine Halbinsel mitten in Unerfranken bietet eine besondere Location und beherbergt immerhin satte 5000 Besucher. Ende August lässt sich die Festivalsaison ausgiebig mit dem Up From The Ground in Gemünden zelebrieren und beenden. Der kleinen Stadt Gemünden kommt das Festival gerade recht, da eigentlich jedes Bistro reichlich Buffets zum Frühstück anbietet, wer allerdings weiterhin das Festivalgelände nicht verlassen möchte, der wird von allerlei Ständen gut versorgt. So schön der Standort auch sein mag, jedes Jahr bekommt das Festival einen beachtlichen Zuwachs und so ist es nicht verwunderlich, dass man nicht mehr Platz schaffen kann, wo keiner ist. Wer gegen Freitagmittag noch nicht die Halbinsel erreicht hatte, hatte es nicht nur schwer eine freie Stelle auf dem übererfüllten Gelände zu finden, nein, es war sogar unmöglich. Diejenigen, denen es so ergangen ist, haben sich provisorisch unter der Brücke, oder auf diversen Parkplätzen angesiedelt. Nichts desto trotz, bei gutem Wetter und reichlich guter Stimmung ging es auch in diesem Jahr ran an die Buletten und mit reichlich Zunder von den Bands wurde es auch in diesem Jahr ein gutes Festival.

Freitag, 24. August 2007
12:15 - 12:45 Uhr: EAR-SHOT
13:00 - 13:30 Uhr: APOPHIS
13:45 - 14:15 Uhr: DISASTER KFW
14:30 – 15:00 Uhr: DEMONICAL
15:15 – 15:45 Uhr: JUSTICE
16:00 – 16:30 Uhr: EVOCATION
16:45 – 17:25 Uhr: SCAR SYMMETRY
17:40 – 18:20 Uhr: EQUILIBRIUM
18:40 – 19:25 Uhr: SABBAT
19:45 – 20:30 Uhr: SONIC SYNDICATE
20:50 – 21:40 Uhr: KRISIUN
22:05 – 23:05 Uhr: ILLDISPOSED
23:35 – 00:50 Uhr: ARCH ENEMY

Samstag, 25. August 2007
12:15 - 12:45 Uhr: SCARECROW
13:00 - 13:30 Uhr: GRIND INC.
13:45 - 14:15 Uhr: KROMLEK
14:30 – 15:00 Uhr: SADIST
15:15 – 15:45 Uhr: FLESHLESS
16:00 – 16:30 Uhr: SUIDAKRA
16:45 – 17:25 Uhr: VOMITORY
17:40 – 18:20 Uhr: ENTHRONED
18:40 – 19:25 Uhr: ONSLAUGHT
19:45 – 20:30 Uhr: GRAVEWORM
20:50 – 21:40 Uhr: BENEDICTION
22:05 – 23:05 Uhr: ENTOMBED
23:35 – 00:50 Uhr: TESTAMENT

Der Freitag:

12:15 - 12:45 Uhr: EAR-SHOT:
Die Festivaleröffnung wurde den Newcomern von EAR-SHOT zu teil. Immerhin hatten diese sich schon an die dritte Stelle des Nuclear Blast Newcomerwettbewerbs geschlagen und sind somit mehr als qualifiziert um ein Festival zu eröffnen. Mit reiner Thrashmanier wurde ein guter Opener für ein bisher geringes Publikum geboten. Die meisten waren wohl mit der ewigen Schlange am Eingang beschäftigt ;-)

13:00 - 13:30 Uhr: APOPHIS:
Seit 1991 sind diese schon in der Szene und zu einem Deathmetal Festival gehört natürlich auch eine geballte Ladung aggressiver Growls gepaart von einschlägigen Melodien. Mit einem Repertoire aus gerade mal 4 entstandenen Alben war am eigentlichen Auftritt in der brütenden Hitze nichts auszusetzen, allerdings konnte man so einiges am Publikum bemängeln. Zum Beispiel die doch mickrige Menge, die sich so vor der Bühne hat blicken lassen und die nicht gerade die Festivalstimmung erheblich angehoben hat.

13:45 - 14:15 Uhr: DISASTER KFW
Es wurde Zeit für einen Deathmetaligen Gruss aus Thüringens Ecken. Um es noch genauer zu formulieren, es wurde Zeit für den Klassischen Friedhof Weimar. Tiefes Gegrunze und eher ziehende Rhythmen vermochten das Publikum zwar nicht weiter anzuziehen, aber allgemein eine ordentliche Show. Wer selbst gerne die Gitarre schwingt, der sei hiermit informiert, dass die fünf sympathischen Weimaraner noch einen Session Gitarristen suchen. Hier noch mal schnell die Kontaktadresse: enzephalon@disaster-kfw.com.

14:30 – 15:00 Uhr: DEMONICAL
Ein Hauch von Schweden flatterte auf die Bühne, um in diesem Jahr die jüngst gegründete Band Demonical auf die Bühne zu holen. Der Auftritt vermochte nicht in jeder Hinsicht vom Hocker zu reissen. Des Sängers Stimme wirkte eher seicht, was man in Sachen Old-School-Deathmetal nicht gebrauchen kann und wenn man nun den restlichen Sound unter die Lupe genommen hat, so kam man eher auf einen nicht gut abgemischten Brei. Wenn die Band nun wenig Erfahrung in Sachen Liveauftritten hätte, so wäre es verzeihlich, denn jeder hat mal einen schlechten Tag, allerdings beginnt die Geschichte der Band wesentlich früher. Unter dem Namen Centinex wären die Burschen schon ab 1990 bekannt und so sollte man nach immerhin 17 Jahren doch ein wenig mehr unter Beweis stellen können.

15:15 – 15:45 Uhr: JUSTICE
Was erartet man von einer Coverband? Man erwartet vielleicht alt bekanntes neu interpretiert und jede Menge Stimmung. Wenn man nun noch auf einem Festival die alt bekannten Lokalmatadore von Justice auf die Bühne lädt, so sollten die Konzertfreudigen Jungs definitiv für Stimmung sorgen. Ein Intro wurde natürlich nicht ausgelassen und hoch tragend war dies der Song Bonanzas. Bei brütender Hitze kam so mancher ins Schwitzen und einige wenige bemühten sich die Köpfe zum Thrash/Death Quintett zu bewegen. Für die Hitze und Uhrzeit war es sicherlich ein einigermassen guter und routinierter Auftritt.

16:00 – 16:30 Uhr: EVOCATION
Wie kennt man Schweden? Meist recht blass mit blondem Haar und definitiv nicht hitzetauglich. So kann man sich nun auch erklären, warum die Schweden von Evocation einige Anfangsschwierigkeiten hatten. Gerumpel, besonders im Drumgebiet ist ihr Wiedererkennungswert. Eher einfachen Songstrukturen wird gefolgt, allerdings bringen diese einfachen Songstrukturen eine gute Atmosphäre in die Menge. Der Sound wurde erheblich besser, die Stimmung wurde zum Biergelage hin eröffnet und somit stieg auch die Stimmung des brütend heissen Festivals enorm an. Ein Volltreffer war also der Griff nach Evocation, welche wir natürlich gerne wieder sehen möchten.

16:45 – 17:25 Uhr: SCAR SYMMETRY
Die nächsten Schweden sagten guten Tag zum Festival und sollten nun in die Moderne einführen. Moderner Death Metal versiert sich im Normalfall gerne auf Keyboards, welches leider an diesem Tag ausfallen musste. Nichts desto trotz wurde so manches Gitarrensolo laut, welches allerdings etwas gequält über die Boxen lief, da der Sound noch immer nicht für die Techniker von Scar Symmetry eingestellt war, auch zu bemängeln waren die Cleanparts des Sängers, da auch diese nur eine schwache musikalische Brise abgaben. Einig sind sich jedoch alle, dass ein Song definitiv überzeugte "The Illusionist". Etwas rau, aber trotz allem athmosphärisch ging es zur Sache. Schade eigentlich, dass nur wenige Besucher der eingefleischten Deathfraktion den technisch versierten Leuten von Scar Symmetry ihr Gehör schenkten.

17:40 – 18:20 Uhr: EQUILIBRIUM
Nach den schwedischen Ausflügen wurde es nun Zeit für die die hoch gefeierten Pagan Szenestars von Equilibrium, die etwas aus dem Deathkonzept des Festivals sprangen. In diesem Jahr ist das Quintett schon auf dem Party.San, so wie dem kürzlichen Ultima Ratio zu sehen gewesen. Nachdem sie nun beim Wolfszeit abgesagt hatten, konnte ich mich lediglich von ihrer Livepräsenz beim UFTG überzeugen. Die Band selbst ist noch reichlich jung im Geschäft, sind aber dank eines gewissen Labels (Nuclear Blast) innerhalb kürzester Zeit zu reichlich Ruhm gekommen. Leider fehlte beim Konzert ein Livekeyboarder und der Gesang müsste live definitiv noch besser werden, denn überzeugen konnten sie auf Grund des eher undefinierten Sounds nicht all zu stark. Der recht schlechte Sound hat aber doch ein betraächtlich grosses Publikum angezogen und alle haben in der fröhlich heissen Hitze den Kopf geschwungen.

18:40 – 19:25 Uhr: SABBAT
Eine englisch deutsche Freundschaft wurde gepflegt, als die Urgesteine und Thrashmatadore von Sabbat die Bühne betraten. Im Zwiegespräch mit dem Publikum wurden die Jungs im grossen Stil gefeiert und nach einem bombigen Anfang, folgte das restliche Set natürlich mit gleich bleibend gutem Tempo und absolut urigen Songs, was letztlich ein grölend stimmiges Publikum zur Folge hatte. Die alten Herren haben wahrlich Feuer unterm Arsch gemacht und ein favorit war definitiv "The clerical conspiragy". Mit enorm viel Power und durchaus guter Laune, mit einigen netten Worten ging es zur Sache und da blieb keiner ungerührt, da die Laune bis in die letzten Wipfel des Areals gelangte.

19:45 – 20:30 Uhr: SONIC SYNDICATE
Die Stimmung war auf einem Höhepunkt und wurde gar unterbrochen durch die Minijungs von Sonic Syndicate. Warum diese Jungburschen eine solch geniale Spielzeit eingefahren haben, bleibt wohl ein Geheimnis aus Veranstalter und Nuclear Blast. Nichts desto trotz versammelten sich reichlich Jungblüter um die im Backstage belächelten "H&M Metaler" zu feiern. Allgemein lässt sich an ihrem Auftritt nicht wirklich etwas Negatives finden, allerdings sollte man nicht all zu experimentell bei einem Deathmetalfestival sein und nicht unbedingt jeden Musikstil auf die Bühne lassen.

20:50 – 21:40 Uhr: KRISIUN
Aus Brasilien kommen sicherlich nicht nur Tapas, Mochitos und Beachcontests her, sondern auch unser Metalimport mit mächtig Feuer im Blut. Wenn Krisiun die Bühne erklimmen, ist die tobende Meute auch nicht fern. Der Drummer legt definitiv eine ziemliche Ladung an Speed vor und mit brutalem geklampfe schaffen es die drei Brasilianer Death Metal auf die Bühne zu bringen der kompromisslos und fehlerfrei ist. Mancher munkelt, dass Krisiun die eigentlichen Headliner des Freitagsprogramms waren, da hier sowohl Stimmung, als auch die musikalische Atmosphäre eine Bindung eingegangen ist, bei der kein Auge trocken blieb.

22:05 – 23:05 Uhr: ILLDISPOSED
Dying Fetus waren in der eigentlichen Planung vorgesehen, dank einer Absage hat man auf die dänischen Lückenbüsser von Illdisposed umgesattelt. Ein würdiger Ersatz, ja so konnte man sie bezeichnen. Durch Krisiun angeheizt war das Publikum in freudig deathiger Stimmung und zelebrierte mal wieder mit Illdisposed. Mit gewohnt lustiger Manier und lockeren Sprüchen im gebrochenen Deutsch ersteigerte man sich den ein oder anderen Lacher und das Konzert war sicherlich zur allgemeinen Spassbeschallung ein guter Part.

23:35 – 00:50 Uhr: ARCH ENEMY
Nachdem sie im letzten Jahr schon beim Metalcamp eine Absage erteilt hatten, da Frontfrau Angela sich einen Tag vorher heiser gegrunzt hätte, war man sehr gespannt. Nach doch sehr vielen Auftritten in verschiedensten Ruhmeshallen und nicht selten als Headliner hatte sich Arch Enemy in der Vergangenheit doch eine beschaulich gute Bühnenpräsenz angeeignet. Gut gespielte Gitarren aus der brüderlichen Kombi, aber auch ein sauberes Drumming, so wie präzise Basslinien machten das Konzert zu einem Erlebnis, auch wenn die zierliche Frontfrau nach der Hälfte des Konzertes langsam aber sicher an Stimmgewalt verloren hat und das "Gegrunze" letztlich wie jedes andere geklungen hat.

Der Samstag:

12:15 - 12:45 Uhr: SCARECROW
Die Mittagssonne fängt an, die verkaterte Menge aus den zelten zu treiben und die Hitze brütet genau im Zentrum vor der Stage. Was tun? Hingehen, wegbleiben? Viele entschlossen sich für letzteres. Scarcrow haben zwar einen Tag vorher reichlich Werbung via Flyer gemacht, aber die chaotisch aussehende Truppe trug die leidige Last der ersten Band. Mit rotzigem Crossover hätten die verschwitzten Finnen durchaus einen angemesseneren Platz ergattern können, denn Hörenswert war die halbstündige Kostprobe. Rockig-rotzig im Motörheadstyle wurde der Tag eingeleitet, nur Schade, dass von den tausenden eine verschwindend geringe Anzahl auszumachen war.

13:00 - 13:30 Uhr: GRIND INC
Mit dem Bandnamen will man überzeugen und bei Grind Inc ist der Name Gesetz und keine in den Wind geschrieene Phrase. Nicht nur ein Sänger, nein zwei von der Sorte ballerten die müde Meute mit reichlich Grind aus den Zelten. Vielleicht ein feines Weckprogramm um mehr Leute auf die Wiesn zu locken. Das Konzept geht bei einigen auf und der sichtliche Spassfaktor, durch diverse Gesichtsverzerrungen, ja, es könnte ein Spasslächeln gewesen sein, geht auch auf einige wenige über. Gut gepflegter Grind zur frühen Stunde vielleicht Fehlplaziert, aber dennoch ein gekonnt guter Auftritt.

13:45 - 14:15 Uhr: KROMLEK
Die Jungblüter und Aushängeschilder von Trollhorn sind meine Senkrechtstarter in diesem Jahr. Im letzten Jahr am Anfang und gegen Jahresende auf den grossen Bühnen, zwar noch in praller Sonne, aber sie ziehen eine Schar von weiteren Jungblütern mit sich und die Altersgrenze sackte rapide nach unten ab. Ihr Bereich umfasst den modernen und definitiv aktuellen Bereich des Pagan Metals, der nicht selten durch moderne Keyboardeinflüsse und verspielte Rhythmen geprägt ist. Auf der Bühne war eine sehr junge und nicht unbedingt immer bühnentaugliche Band. Der Sänger war mit gekonnt arroganter Weise und vielleicht für die Sonne und das wenige Publikum zu sehr mit Gesichtsgesten beschäftigt und war stimmlich nicht immer auf der Höhe. Der Rest der Band blieb eher sehr verhalten und spielte das gebotene Material runter. Das Material selbst ist gar nicht mal von schlechten Eltern, allerdings sollte die Darbietung noch mal überdacht werden.

14:30 – 15:00 Uhr: SADIST
Nicht nur die Brasilianer, nein, auch die Italiener haben jede Menge Feuer im Blut. Ich muss ein riesiges Lobwort allem voran an den Gitarristen richten, der nicht selten sowohl Gitarre, als auch Keyboard im gleichzeitigen Spiel zu gute gab. Ich habe schon Schlagzeuger singen gehört und einen fliegenden Instrumentenwechsel erlebt, aber noch keinen Spassvogel der Keyboard und Gitarre gleichzeitig spielen kann. Allein dies gab jede Menge Pluspunkte und wenn man nun den restlichen Teil der Band aufaddiert, so kommt man auf ein sehr gutes musikalisches Spektrum, das im progressiven Deathbereich alles übertreffen kann. Der Schlagzeuger überzeugte mit einer präzisen Drumnummer, die bei manchem Schlottern in die knie bringen würde und er selbst belächelt dies und spielt sein Ding. Ein klasse Auftritt, der wirklich ein anderes Publikum und auch hier mal wieder eine andere Zeit verdient hätte, na ja, aber man kann nur dankbar sein, dass es eine solch gute Show war und wir die Italiener erleben konnten. Ein wahnsinniger Gig...

15:15 – 15:45 Uhr: FLESHLESS
Etwas Zeit für Vokuhila und Ostblockflair? Ja? Dann ist es Zeit für die Tschechen von Fleshless. Ohne Bass, dafür mit reichlich tiefen und kratzigen Gitarren und rumpelnden Beats wurde der erste Pogo des Tages eröffnet. Hohes und alles durchdringendes Quietschen, Entschuldigung "grunzen" hallte über den verstaubten Zeltplatz. Ja, Fleshless sind definitiv eine Nummer für sich und nicht immer kompatibel zum Musikgeschmack der Meisten...

16:00 – 16:30 Uhr: SUIDAKRA
Nach all den Jahren, all den Alben und keinem verpassten Auftritt sind die Folk-Metaler von Suidakra noch immer nicht bei den Tops mit dabei. Sehr im Trend liegend ist der deathig melodische Folkmetal, allerdings scheint der Zug etwas abgefahren. Musikalisch stand das Programm durch das Einheitliche Tragen des Shirts zur neuen CD zurück "Caledonia" fest. Die neue Scheibe ist nicht mehr all zu verspielt und wirkt im Vergleich zu anderen Neulingswerken eher wieder etwas rauer. Viele Detah Metal-Parts und einige brachiale Folkparts konnten das Death Metal-Publikum immerhin zum mitmachen anregen.

16:45 – 17:25 Uhr: VOMITORY
In Sachen Old School Death lassen sich die Schweden von Vomitory schon längst nichts mehr vormachen. Die Gitarrensaiten wurden mit Leidenschaft zu einem Klanggewitter umgemodelt, was das Publikum nur mit kräftig Headbanging zu bejahen wusste. Die Titel gebenden den Takt an. Songs wie "Primal Massacre" und "Chaos Fury" brachten den Wüstenstaub zum aufwirbeln und das Publikum zum erwachen. Da kann man doch gar nicht mehr meckern

17:40 – 18:20 Uhr: ENTHRONED
In diesem Jahr konnte man die Jungs recht oft bestaunen, nicht nur bei der Tour mit Gorgoroth, sondern auf diversen Festivals. Ja, diese Männer verfolgen ein Ziel, die Verbreitung puren Black Metals, die wirklich gekonnte Leidenschaft repräsentiert. Auf die Band ist viel zu halten, doch was soll ausgerechnet eine Black Metal-Band auf einem Deathfestival. Na ja, die Band war laut Aussage des Bassisten reichlich verwundert und ziemlich enttäuscht, dass Ihre Musik nur wenig Gehör fand, vor allem die Tatsache, dass auch hier Black Metal in praller und unpassender Sonne produziert wurde. Sie hätten letztlich eine andere Zeit, ein anderes Festivalgenre und ein damit anderes Publikum verdient.

18:40 – 19:25 Uhr: ONSLAUGHT
Die Briten schlagen zurück. Im Alter gibt es nichts zu Lachen! Nein? Doch, im Alter gibt man Gas und lacht beim Gig umso mehr. Eine wahnsinns Energie produziert das noch immer nicht in die Jahre gekommenen Quartett. Mit dem leicht gewechselten Publikum zeigte sich die Old School Fraktion und der damit verbundene Altersdurchschnitt als durchaus angetan und die Stimmung war nicht nur angenehm friedlich, sondern durchmischte sich mit purer Begeisterung, was letztlich dem Giatrrenspiel von Nige Rockett galt. Durchaus eine gelungene Abwechslung, auch für das Mitdreissigerpublikum, was durch die Jungblüter wie Sonic Syndicate, oder Kromlek verdrängt wurde.

19:45 – 20:30 Uhr: GRAVEWORM
Und täglich grüsst das Murmeltier, nein, nun mal ehrlich, Graveworm sind gern gesehene Gäste beim UFTG. Technisch bekommen sie deshalb auch ein kleines Präsent, nämlich den besten Sound des Tages. Von den Bergen kommen sie her und was haben sie im Gepäck? Reichlich düster metallisches aus der Blackfabrik mit einem hauch von Moderne. Dargeboten wurden Songs von alt bis neu übrigens im ganz klischeefreien Opeltrikot. Die Schleichwerbung lässt grüssen. Der absolute Publikumsmagnet wurde "Touch Of Hate" und so manche Matte wurde nach Jahren wieder entschüttelt.

20:50 – 21:40 Uhr: BENEDICTION
Gegen Abend scheinen die am Vormittag übermüdeten Leichen alle wieder fit zu sein und egal welche Band, jegliche Stimmung passt. Um etwas Abwechslung ins durchmischte Genreprogramm zu bringen wurden die britischen Altmeister des Grindcore auf die Bühne gebeten. Eher in die primitive, aber durchaus hörbare Geschichte wurde das Augenmerk nur Teilweise auf neues Material gelenkt, sondern es stand zunehmen das alte Programm auf dem Plan, obwohl es sich eigentlich nicht vom neuen unterschied. Die Meute war allerdings durchaus vom primitive Sound angetan und Dankte es mit Zuspruch.

22:05 – 23:05 Uhr: ENTOMBED
Und weiter im Programm weicht man nicht von der Old School Prominenz ab. Die Schweden sollten für guten Sound sorgen, doch was wäre ein UFTG ohne Stromausfall? Ja, gar nicht denkbar. Nach zwei Songs war es so weit und der Patzer führte zu einer Verschnaufpause. Weiter ging es im einstündigen Programm mit überwiegend altem Material aus den ersten beiden Alben und lediglich einem Song vom neuen Werk, was wohl letztlich heissen soll, dass jemand alte Zeiten vermisst? Na ja, gebührend gefeiert wurde mit altem Material, was noch immer deathig rockte.

23:35 – 00:50 Uhr: TESTAMENT
Der Höhepunkt und Abschluss des abends kündigte sich durch alten Eisen von Testament an. Na ja, sie kündigten sich mehr oder minder an. Man liess sich Zeit und liess sich noch mehr Zeit... und nach einer halben Stunde geplagten Wartens wollte man eine Liveshow so überzeugend wie beim Metalcamp sehen, doch was dargeboten wurde war mehr oder minder ein Herunterrobben der Setlist. Da schon zur Wartezeit viele gegangen waren, sind es während des Konzertes auch immer weniger geworden, die Standhaft Ihre Band feierten. Kein würdiger Abschluss, aber ein schönes Festival, was ab und an noch etwas mehr an Planung bedarf.

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Assices

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