Odem Arcarum - Schwarzstahl aus Bayerns Herzen (Interview, 2008)

Jede Region hat ihre eigenen, lokalen Helden; München hat unter anderem Odem Arcarum. Wie es um ihren Bekanntheitsgrad in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland oder sonst im Ausland steht, ist schwer abschätzbar, aber zumindest im blau-weissen Bundesland verbindet man mit diesem Namen individuellen, starken Black Metal.

Die für Dich wohl langweiligste Frage am besten gleich zu Beginn: Könntest Du allen, die euch noch nicht kennen, einen kurzen Überblick über den bisherigen "Lebenslauf" eurer Truppe geben?

Odem Arcarum wurde offiziell 1996 gegründet. Es folgten, über die Jahre hinweg, diverse Lineupwechsel. Die Besetzung 2007 besteht aus: Lord Arioch, Zahak und C.A.

Veröffentlichungen:
2000: Awaiting the Horizons of Chaos (MCD)
2003: Bloody Traces in the Virgin Snow (CD)
2003 & 2005: Promo

Wie würdest Du einem Interessenten euere Musik beschreiben?

Wir würden niemanden dazu überreden wollen unsere Musik zu hören. Musikempfinden ist subjektiv, daher wäre es ein Fehler jemandem unsere Vision aufdrängen zu wollen.

Was ist die Hauptmotivation hinter Odem Arcarum? Geht es einzig um die Schaffung guter Musik oder verfolgt ihr auch andersartige Ziele?

Die Hauptmotivation hinter Odem Arcarum st keinesfalls Kunst zu erschaffen, um uns zu profilieren, sondern vielmehr in Demut Kunst zu erfahren.

Gab es für euren jetzigen musikalischen Stil konkrete Vorbilder oder habt ihr euch in dieser Hinsicht keine Limitierungen gesetzt?

Unserer Ansicht nach hat sich der Black Metal keinem Dogma zu unterwerfen. Es ist für uns wichtig, das Gefühl einer gewissen Entrücktheit zu erzeugen. Nach diesem Kriterium selektieren wir möglicherweise unsere Einflüsse.

Odem Arcarum, ein Name, der sofort an Black Metal denken lässt und trotzdem einprägsam bleibt. Wofür steht er?

Odem Arcarum repräsentiert die Gegensätzlichkeit. Zwei Pole, die etwas Neues, Drittes erschaffen.

Die letzte vollwertige (und sehr empfehlenswerte) Veröffentlichung "Bloody Traces In The Virgin Snow" ist mittlerweile schon ein paar Jahre alt. Kann man in absehbarer Zeit noch mit einem Nachfolger rechnen, oder wird man auf diesen noch länger warten müssen?

Das neue Album ist bereits aufgenommen und befindet sich im letzten kreativen Stadium. Den Umstand, keinerlei Zeitdruck zu haben, verdanken wir dem Privileg, dem Album die Zeit geben zu können, die es braucht. Der letztendliche Veröffentlichungstermin ist von vielen Faktoren, sowie von der Suche nach einem passenden Label abhängig. In Kürze werden wir einen Rough-Mix eines Songs auf unserer, momentan noch provisorischen Website zum Download anbieten.

Wie gesagt, seit der Veröffentlichung des letzten Albums ist nun fast eine halbe Dekade vergangen. Wie siehst Du dieses Werk jetzt durch die Distanz der Zeit?

Es repräsentiert sehr gut unsere damalige Auffassung von Black Metal. In manchen Hinsichten vielleicht etwas naiv, jedoch für uns immer noch kraftvoll und ausdrucksstark.

Wie entstehen eure Stücke? Eure Bandinterne Aufgabenverteilung macht es ja fast nicht möglich Proben im herkömmlichen Stil abzuhalten, also wie schreibt ihr eure Lieder? Wie entstehen sie?

Kreativität ist ein Zusammenspiel von Schöpfung und Zerstörung.

Aha. Wovon handeln eure Texte? Ist es euch wichtig, besonders aussagekräftige Lyrics zu verfassen oder spielen sie keine grosse Rolle?

Die Lyrics sind eine Art Orientierungslinie, die jedem Song eine Basis verleiht. Im neuen Album wird sich ein lyrisches Konzept durch alle Lieder ziehen. Eine Grundlage hierzu stellt die Zahlenmystik verschiedener Kulturen dar, sodass jeder Song ein eigenes Prinzip repräsentiert. Dennoch bilden die Stücke in sich eine schlüssige Entwicklung.

Da ich selbst Münchner bin, hatte ich schon öfter die Möglichkeit euch Live mitzuerleben als Supporter von Bands wie Negura Bunget, Lunar Aurora, Enslaved, Dark Fortress, usw. Wirklich häufig sieht man euch jedoch nicht, besonders im Vergleich zu manch anderen Bands, die überall zu spielen scheinen, wie kommt das?

Wir wollen Live weder über- noch unterpräsent sein. Wir denken, im Schnitt einmal im Jahr München und Umgebung zu beehren, genügt.

Eure Homepage verrät leider nicht, was ihr für die nächste Zeit mit Odem Arcarum geplant habt. Womit darf man rechnen?

Die Hompage befindet sich zur Zeit im Umbau. Über die Veröffentlichung des neuen Albums haben wir ja schon gesprochen. Ausserdem wird es im nächsten Jahr einige Live-Aktivitäten geben und wir werden mit einem Song auf einem französischen Sampler vertreten sein, der Böcklins "Die Toteninsel" thematisiert.

Jetzt mal zu einem Thema, dass mich persönlich sehr interessiert, besonders in Bezug auf eher kleine Bands aus dem Untergrund: Filesharing. Wie stehst Du zu dieser Entwicklung?

Man ist nicht imstande den Zeichen der Zeit etwas entgegenzusetzten. Vielmehr stört uns dieser ungenierte Profilierungswahn, der durch Internetpräsenzen gefördert wird. Uns ist bewusst, dass Social Networking Plattformen der Kommunikation dienlich sein können, allderdings der Idee der Mystifizierung und Entpersonifizierung im Black Metal entgegensteht.

Odem Arcarum existiert mittlerweile schon seit mehr als einer Dekade und gerade in den letzten Jahren scheint sich einiges verändert zu haben in der Black Metal Welt. Wie seht ihr zum Werdegang der schwarzmetallischen Musik und dessen Umfelds?

Der Wunsch der Darstellung und Verherrlichung des Egos im Black Metal, scheint für viele Leute wichtiger geworden zu sein. Ausserdem ist es generell einfacher geworden Material aufzunehmen und zu Veröffentlichen, weshalb einfach stärker selektiert werden muss. Trotzem findet man immer noch viele qualitativ hochwertige Releases in diesem Bereich.

Was sind deine Empfehlungen bezüglich "Black Metal made in Bavaria"?

Persönlich sagen uns einige Alben von Lunar Aurora sehr zu. Live überzeugten die, leider noch relativ unbekannten Infestus. Auch das letzte Dark Fortress Album klingt eigen und interessant. In letzter Zeit sind wir allerdings auch nicht up to date, was die bayrische Szene betrifft.

Guter deutscher Thrash Metal kommt aus dem Ruhrgebiet, braunem Black und Pagan Metal wird oft nachgesagt, in Thüringen seine Hochburg zu haben, gibt es deiner Meinung nach etwas, was bayerischen Metal besonders charakterisiert?

Ich denke in Bayern gibt es relativ viele Bands, die den typischen Ami-Highspeed-Death Metal spielen. Aber dieser Stil ist vermutlich genauso in ganz Deutschland verbreitet.

Wo siehst Du Odem Arcarum in zehn Jahren und wie denkst du, wird sich das gesamte Black Metal Genre entwickeln?

Wir versuchen uns stets weiter zu entwickeln. Wo uns diese Entwicklung hinführt ist leider schwer zu sagen.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören Dir:

Vielen Dank für deinen Support. Viel Erfolg bei deinem Projekt.


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ein_Wigrid

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