Dekadent - ...eine fiktive Story, voll von Epic und Ruhm... (Interview, 2008)

Dekadent haben es geschafft innerhalb recht kurzer Zeit bekannt zu werden. Darum werde ich den Hauptschuldigen, Artur Felicijan, heute ein paar Fragen stellen. Kannst du mir über die Anfangstage der Band berichten? Wie hat alles begonnen?

Artur: Ich habe Dekadent auf den Grundmauern meines Soloprojektes Vigred aufgebaut. Zwischen 2004 und 2005 gestaltete ich die alten Lieder etwas ernsthafter, habe eine Demo aufgenommen und diese an diverse Webzines und metal-bezogene Magazine geschickt. Nach dem diese Demo recht gut aufgenommen wurde, wusste ich, dass ich das Projekt weiterführen musste. Im kommenden Jahr gesellten sich neue Mitglieder zur Band, wir bekamen einen Deal bei SMP und änderten unseren Bandnamen in den, etwas internationaler klingenden Namen, Dekadent.
SMP veröffentlichte unsere Demo dann als Debut Album "Manifestation of Seasonal Bleeding" wofür wir gute Reviews und erste Fans bekamen. Danach spielten wir auch einige Gigs, hauptsächlich als Headliner auf lokalen Bühnen. Wir entschieden uns dann aber ein neues Album aufzunehmen, "The Deliverance of the Fall", wofür uns schon bessere Optionen vom Label und auch einen neuen Vertrieb bekamen, dank dessen die neue Scheibe hoffentlich besser verfügbar sein wird als die Debut-CD.

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Welche Geschichte steckt hinter dieser neuen Scheibe, "The Deliverance of the Fall"?

Artur: Das Album ist quasi der Inbegriff eines Konzeptalbums. Es ist ein einziges Lied, das sich über die ganze CD ausbreitet und in neun Teile unterteilt wurde. Die Hauptidee bestand darin, einen Film über das ganze Album zu machen, also auch ungefähr 40 Minuten lang. Ich wollte in das Video alles einbauen, was in der dunklen, epischen Geschichte vorkommt. Das Video steht also als kompletter Film da, der so stark ist wie seine Charaktere welche eine künstlerische Freiheit genossen haben, so weit es der Film erlaubt.

Wie lange habt ihr im Studio für das Aufnehmen der Lieder gebraucht?

Artur: Die ersten Kompositionen machte ich im Dezember 2006. Das erste Grundgerüst stand im Jänner 2007 und von da an machte ich das meiste. Mein Ziel war es eine Musik zu konstruieren, die bestmöglich mit den Bildern des Videos zusammenpasst. Das dauerte natürlich einige Zeit. Das komplette Recording beendeten wir im Sommer 2007, weil wir den Bonustrack im Juli neu aufnahmen. Das ganze Mischen und Mastern zog sich bis zum späten September, aber das war dann der Abschluss.

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Wie bist du beim komponieren vorgegangen? Das meiste soll ja von dir stammen. Hast du die Grundideen alle zu Hause ausgearbeitet bevor du dich dann mit den Musikern zusammengesetzt hast um es Dingfest zu machen?

Artur: Ich machte eigentlich das ganze Album alleine. Nach dem ich die Teile digital aufnahm, war es auch kein Problem sie von einem Ort zum anderen mitzunehmen. Nach dem das Prerecording fertig war nahm ich die Aufnahmen mit zum Bassisten und zum Schlagzeuger und zeigte ihnen was sie spielen sollten. Vor den Aufnahmen kannten sie also die Lieder noch gar nicht. Jetzt wollen wir diese live spielen, was natürlich heisst, dass sie verdammt viel üben müssen vorher, haha.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen Instrumente wie die Wagner Tuba und das Waldhorn einzubauen?

Artur: Es war eine natürliche Entscheidung, die Instrumente mit rein zu nehmen, weil die Musik sehr klassisch und bombastisch ist. Nach dem mein Vater der Lead-Hornist beim Slovenian Philharmonic Orchestra ist, war es nicht so schwer sie dafür zu gewinnen.

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Das hat natürlich Vorteile. Wie seid ihr auf die Idee mit dem Film gekommen?

Artur: Ich wollte eine komplett andere Herangehensweise an die Musik probieren, als die, welche von der Wirtschaft schon so abgenutzt ist. Eine starke, visuelle Welt ist für unsere Hörer sehr wichtig, da sie generell über eine aussergewöhnliche Fantasie verfügen. Ich wollte ihnen etwas zu sehen geben, das nicht bloss eine gewöhnliche Nachbildung ist. Ich wollte ihnen eine fiktive Story, voll von Epic und Ruhm geben, damit sie eine neue Welt sehen können.

Kannst du mir etwas über den Dreh berichten? Wie lange habt ihr dafür gebraucht? Musstet ihr das ganze Zeug auf den Berg rauf schleppen? Wie war die Arbeit mit der Film-Crew?

Artur: Wir hatten keine richtige Film-Crew. Wir machten alles selbst. Andraz Sedmak und ich waren die Hauptpersonen hinter dem Ganzen und ein paar Freunde und die Band halfen das Zeug auf den Berg zu transportieren. Wir hatten auch kein Zelt oder ähnliches, und du kannst dir sicher vorstellen wie schwer es war, die ganzen Sachen voll kostümiert hinauf zu tragen. Es war Mitte Jänner, hatte minus 15 Grad und wir hatten dafür viel zu wenig an. Aber wir können uns noch glücklich schätzen, weil es einen Tag nach Abschluss der Aufnahmen zwei Meter geschneit hat.

Ich denke mal, dass viele mit dem Gedanken spielen ein Video zum kompletten Album zu drehen. Allerdings ist das Vorhaben mit so viel Aufwand in Form von Arbeit und Geld verbunden, dass die meisten bei den Gedanken bleiben. Wie lief das bei euch ab? Habt ihr gute Beziehungen oder hat euch das Label so gut unterstützt?

Artur: Wenn du etwas wirklich tun willst, dann mach das auch, unabhängig wie gut die Beziehungen oder die finanziellen Möglichkeiten sind. Wir hatten kein Budget oder ähnliches, nichts dergleichen. Schlimmer noch, wir gaben unser eigenes Erspartes um es möglich zu machen. Das Album zu machen nahm ein Jahr von meinem Leben in Anspruch, aber ich denke, das war es wert. Wenn du zu viel über das finanzielle nachdenkst, wirst du so etwas nie machen, denn das ganze Geld wirst du nicht wieder zurück bekommen.

Ich war sehr überrascht wie wenig Text ihr für ein Album mit 42 Minuten Länge geschrieben habt. Ist es nicht schwer all die Emotionen in so kurzen Sätzen unterzubringen?

Artur: Klar, aber es gibt einen Haufen instrumentale Teile, welche die Emotionen ebenfalls sehr gut zum Ausdruck bringen. Auch im Film gibt es einige sehr gefühlvolle Momente, darum ist der Text nicht unbedingt der tragende Teil. Andererseits sind die ergänzenden Beschreibungen vom Film auch nicht im booklet enthalten.

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Ich kann auf eurer Homepage nichts über Live-Auftritte finden. Spielt ihr überhaupt live?

Artur: Klar, aber die Termine stehen noch nicht fest. Alle Dates und Fotos kommen übrigens auf unsere myspace Seite - www.myspace.com/dekadentband. Bis jetzt hatten wir ungefähr zehn Auftritte, alle als Headliner im In- und Ausland. Ich hoffe wir können in Zukunft auch ein paar mal in der Schweiz spielen.

Tja, das wäre zwar schön für euch und die Schweizer, mir wird es aber nicht viel bringen, weil ich in Österreich zu Hause bin. Aber irgendwann kommt ihr sicher auch mal zu uns. Danke, dass du dir Zeit genommen hast die Fragen zu beantworten.


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Tom

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