Lost Dreams - Kein verlorener Traum... (Interview, 2008)

Dieser Tage erscheint das neue Album von Lost Dreams. Die melodischen Death Metaller aus Tirol legen mit "End of Time" ihr bereits viertes Album vor. Zeit den Jungs mal auf den Zahn zu fühlen. Gitarrist Andreas Maierhofer hatte uns folgendes zu sagen...

Die Meinungen zur neuen CD gehen doch recht weit auseinander, von richtig gut bis richtig schlecht war alles an Meinungen vertreten. Was sagt ihr dazu?

Man kann es nicht jedem recht machen, und das ist ja auch gut so. Es kommt uns so vor, als würde das Album unheimlich polarisieren. Entweder total super, oder komplett schlecht. Einer, der in seinen Faves Brutal Death, Grindcore, Noisecore und was weiss ich noch alles drinnen hat, kann halt mit unserer melodielastigen Musik nichts anfangen. Und das lässt er dich dann im Review auch spüren. Obwohl man dazu sagen muss, dass die CD dann aber auch vermutlich beim falschen Reviewer gelandet sein dürfte. Aber die positiven Reviews überwiegen, also machen wir uns gar nicht erst so viele Gedanken darüber...

Auch intern bei uns war die neue Scheibe ein heikles Thema. Der Rezensent war nicht sonderlich angetan ("...Rein musikalisch ist es nämlich allerhöchstens Durchschnitt...). Andere im Team hätten der CD eine deutlich höhere Wertung gegeben. Spornt euch solche Kritik an besser zu werden?

"Besser" ist bei Musik immer so ein relativer Begriff. Ist halt alles Geschmackssache. Wir sind mit unserer aktuellen CD sehr zufrieden. Es ist wieder eine deutliche Weiterentwicklung zum Vorgängeralbum "Tormented Souls" zu erkennen. Ich denke, wir haben uns beim Songwriting, der Spielgenauigkeit und der Produktion der CD stark verbessert. Natürlich findet man immer wieder Stellen wo man sich denkt "da hätte man etwas anderes oder besseres machen können". Im grossen und ganzen denke ich aber doch, das wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein können.

Warum wurde auf schnellere Abschnitte fast völlig verzichtet?

Wir haben, verglichen zu unseren Vorgänger Alben, das Tempo etwas reduziert. Aber nicht viel, von 200 auf 190 bei den schnellen Songs. Der Blastbeat und Doppelbassanteil ist tatsächlich weniger geworden. Das hat jedoch mehrere Gründe. Zum einen haben sich unsere Geschmäcker ein wenig verändert, zum anderen hätte ein anderer Drummer das Ganze vielleicht härter, mehr in Richtung Death Metal eingespielt. Ihr müsst wissen, dass unser Ex-Schlagzeuger Michael Gassebner zwar ein guter Schlagzeuger ist, jedoch mit Blastbeats und Doppelbasspassagen nicht sehr viel anfangen konnte, da sein Musikgeschmack nicht wirklich beim Death Metal liegt. Dies führte während den Aufnahmen unweigerlich zu Diskussionen. Ich finde aber das wir trotzdem ein gutes Mittelmass gefunden haben, um einen Brückenschlag zu unseren vorherigen Alben zu schaffen. Stefan, der jetzt am Schlagwerk sitzt, steht hauptsächlich auf Melodic Death, was unserem weiteren Schaffen sicherlich gut tun wird.

Wie wichtig ist euch denn überhaupt der Melodieanteil in eurer Musik? Es sind ja doch sehr viele melodische Gitarren auf dem Album, die an die alten Helden des Heavy Metal erinnern?

Es war zwar von vornherein geplant dieses Album melodiös und abwechslungsreich zu gestalten. Diese beiden Punkte waren uns aber schon immer wichtig.

Die Texte sind sehr hart und brutal. Wie kann man denn bei soviel Melodie und Gefühl solche Texte verfassen?

Unsere Texte werden ausschliesslich von unserem Sänger Wibz geschrieben. Wir finden diesen krassen Gegensatz sogar gut - es gibt dem Album ein eigenständiges Gesicht.

Mit "I Curse You" habt ihr einen richtigen Hammersong auf dem Album, der das Zeug zum Hit hat. Erzähl uns doch bitte etwas zur Entstehung dieses Liedes.

Dieser Song ist erst während den laufenden Aufnahmen zur Vorproduktion im Studio entstanden und ist recht spontan arrangiert worden. Die Keyboardarrangements von Mario Hirzinger (Serenity) geben dem Song noch den letzten Schliff.

Ihr solltet unbedingt ein Video zu "I Curse You" drehen. Ist da was in Planung?

Wir haben darüber schon nachgedacht, aber noch nicht konkret umgesetzt, da uns momentan das Vermarkten der CD sowie spielen von Livekonzerten wichtiger erscheint. Und eine ordentliche Videoproduktion ist ja auch nicht gerade billig...

Um was für eine Plattenfirma handelt es sich bei "Reartone Records". Wie kam der Kontakt zustande? Was erwartet ihr von der Firma? Welche Personen sind im Hintergrund tätig?

Ergeben hat sich die Kooperation mit Jens und Martin von Reartone über die Jungs vom Twilight Vertrieb. Die Zusammenarbeit mit Jens funktioniert super. Reartone ist zwar ein noch relativ junges Label, arbeitet aber absolut professionell und engagiert.

Warum die Reise nach Schweden ins Studio Fredman? Was habt ihr euch davon versprochen?

Wir wollten bei dieser CD einfach produktionstechnisch keinerlei Kompromisse eingehen. Es ging uns darum eine CD zu machen, die uns auch in zehn Jahren noch gefällt. Zudem ist es auch kein Nachteil, wenn der Name Fredrik Nordström im Booklet steht.

Es gibt euch bereits seit 1992, also schon eine ganze Zeit. Was waren die denkwürdigsten Momente bisher? Und auch die schlechtesten...

Ja, wir haben schon einiges an Höhen und Tiefen erlebt. Positiv hervorzuheben sind einiger unserer Livegigs z.B. mit Sepultura, Morbid Angel, Metalcamp Festival 2005 und 2007. Jede unserer CD Produktionen... Negative Erfahrungen gab es etliche... Schlecht organisierte Konzerte, Lineupwechsel, Proberaumsuche...

Ihr nutzt auch Video-Seiten wie YouTube und MySpace. Was ist eure Meinung zu diesen Plattformen? In der heutigen Zeit scheint man ja ohne schon gar nicht mehr auszukommen.

Diese Plattformen finden wir sehr gut. Der Interessierte kann sich auf einen Blick einen guten Überblick über die Band verschaffen, währenddessen er ein paar Songs davon hört. Besser und übersichtlicher kann man sich als Band nicht präsentieren. Man sieht auch an den Besucherzahlen, dass diese auf unserer Myspace-Seite höher sind als auf unserer Bandwebseite.

Steht ihr in Kontakt mit anderen Bands aus Österreich?

Wir halten Kontakt zu einigen Bands wie z.B. In Slumber, Thirdmoon, Graveworm, Serenity, Zerofour und einigen anderen, mit denen wir auch öfters live unterwegs sind.

Was geht in Sachen Metal in Tirol und Umgebung?

Es gibt eine starke Undergroundszene und viele talentierte Bands in Tirol. Es finden sehr viele Konzerte statt, die relativ gut besucht sind. Weitere Tiroler Bands die hervorzuheben sind wären Avenging Angels, Zerofour, Seven Deadly Sins, The Sky is ours sowie Suicide.

Vinyl ist zur Zeit wieder schwer im kommen. Besteht die Chance auf eine Veröffentlichung des neuen Albums auf Vinyl? Und wie steht ihr generell zu Vinyl, CD, MP3?

Eine Pressung auf Vinyl hat noch keiner angedacht. Sollte es Sinn machen, werden wir darüber nachdenken. Die CD gilt immer noch als Audio Standard, auch wenn der Vormarsch der MP3 Downloads immer grösser wird. Das Problem mit den illegalen Downloads ist jedoch eine andere Sache. MP3 bringt Vorteile als auch Nachteile mit sich.

Jetzt was anderes. Mitte der 90er Jahre soll es mal ein "Austrian Black Metal Syndicate" gegeben haben. Kannst du uns dazu etwas sagen?

Nein, da haben wir bis jetzt nichts gehört davon.

Dann lassen wir das. Ich danke Andreas Maierhofer für das Interview.


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