Assaulter - Ein ewiges Streben nach Verbesserung (Interview, 2009)

Auch aus Australien kommt guter Metal. Besonders im Prügelbereich. Anlässlich ihres ersten Albums, haben wir uns ein bisschen mit Assaulters' Kopf, Simon Berserker unterhalten, um zu erfahren, was er vom bisherigen Erfolg seiner Band und ihren Ergebnissen denkt und wie es in Zukunft weitergehen soll.

Hi Simon, Glückwunsch zur neuen Scheibe, ich fand sie klasse.

Moin, so wie es aussieht, fanden das ein paar Leute – aber ich denke man kann ruhig sagen, dass sie 'begrenzten Anklang' findet. Aber das ist schon in Ordnung, wir wollten zum Grossteil, dass das Album so klingt, wie es klingt und es hat verdammt lange gebraucht, um so weit zu kommen wenn du mich fragst, aber jetzt ist es draussen!

Da wir das Interview anlässlich eures Debut-Albums machen, könntest du den Leuten ein bisschen was über die Geschichte von Assaulter erzählen?

Gibt ja nicht wirklich so viel zu erzählen. Ich denke, dass es genauso viel Arbeit war wie bei allen anderen Bands auch. Angefangen hat es eigentlich mit dem "Proselytiser" Demo. Eigentlich wollte ich nur schnell ein paar Songs in einem Studio hier in der Nähe aufnehmen, nachdem ich sie ein bisschen eingeübt hatte. Als das Ganze besser wurde als ich erwartet hätte, wollte ich eine Band gründen, also habe ich das Demo vertrieben. Als dann AC der Band beigetreten ist, hatten wir die Zeit gemeinsam zu üben und ein paar Stücke zu schreiben, die mehr nach Thrash und Speed Metal klangen. So ist das "Omnipotent" Demo entstanden. Es ist DAS Assaulter Demo, da hört man eigentlich die Essenz dessen, was wir machen. Dann kam noch "Subservience", ein 7"er der bei Iron Bonehead rauskam, und jetzt sind wir bei unserem hässlichen, aggressiven Debut - Brett.

Wie findest du eure bisherigen Werke? Welches ist dein Favorit?

Es ist ein Fortschritt. Ein unendliches Verlangen, das Konzept oder den Sound oder auch die Stücke insgesamt zu verbessern – wir wollten uns selber dazu antreiben, uns zu verbessern. Wobei 'wollen' das falsche Wort ist. Es passiert einfach, also schauen wir immer nach vorne. Das beste liegt also in der Zukunft, aber wenn ich zurück blicke, ist das Album für mich das bisher beste Werk. Wenn du 7 Stücke aufnimmst, kannst du einfach mehr Variation einbringen, kannst verschieden Stile und Songs, die sich unterschiedlich anführen, einbauen. Wenn man zum Beispiel "Between Gods And Men" mit "Talon And Teeth" vergleicht, dann ist das schon ein recht grosser Kontrast. Da wir sieben Stücke, statt sagen wir mal zwei, aufnehmen konnten, war es uns einfach möglich, solche Kontraste öfters einzubauen.

Wie sind die Assaulter Sachen bisher aufgenommen worden? Gab es unterschiedliche Reaktionen auf unterschiedliche Scheiben?

Das ist schwer zu sagen, da wir wenig Rückmeldung bekommen. Ein paar Leute denken, dass das erste Demo super war und der Rest eher nicht so gut war und andersrum. Ist halt eh alles Geschmack und Stimmung und wann man was wie hört. Das Album wird, denke ich, von den Leuten die unseren Kram, also aggressiven, wirklich rohen Metal, mögen, am Besten aufgenommen. So wies aussieht, sind das sehr wählerische Leute. Aber drauf geschissen, es ist einfach geil, wenn du Leute hast, die die Musik ohne einen anderen Grund hören ausser dem, dass sie sie mögen. Kein 'Kult'-Gelaber, kein Schnickschnack, kein pseudo-Black Metal 'Ethos' und vor allem kein Ruf, den man bewahren muss, einfach nur die Musik.

Glaubst du, dass einige Leute sich Assaulter gegeben haben, weil du mal bei Deströyer 666 gespielt hast? Zumindest in dem Pressetext von Pulverised war es als Werbung angeführt...

Ja, vielleicht, bei manchen definitiv – Aber, das Ende vom Lied ist ja letztlich, dass Assaulter nicht wirklich nach D'666 klingt, eigentlich gar nicht. Das kann man in meinen Augen auf dem Debut auch sehr gut hören. Naja, es könnten ein paar Einflüsse dabei sein, aber das wars dann auch. Ich weiss, dass Pulverised es in der Biografie oder so aufgeführt haben, was okay ist, wenn sie meinen damit ein paar mehr CDs verkaufen zu können. Ich benutze die ganze 'Ex-D666' Sache nicht gerne. Ich war ins Songwriting beim besten Willen nicht stark involviert, als ich da gespielt habe, also könnte es in die Irre führen. Eigentlich führt es ja in die Irre. Würden KK oder Shrapnel in einer anderen Band spielen, dann wäre das 'Ex-D666'-Schild gerechtfertigt, aber so ist es das nicht.

Der Sound von all den Assaulter Sachen die ich bisher gehört habe, war ziemlich einzigartig und hat mich vom Songwriting her stellenweise an Hellhammer und Celtic Frost erinnert, aber besonders die Gitarren haben einen sehr eigenen Sound. Wie habt ihr diesen Sound gefunden? Gab es irgendwelche besonderen Einflüsse?

Irrtum! Aber du hast es versucht, hehe! Wir wollten einfach einen rohen, trockenen Sound auf dem Debut. Und, um mal ehrlich zu sein, gab es dafür eigentlich keinen wirklichen besonderen Einfluss. Hätte das Geld gereicht und hätten wir es mit der Studiowahl für die Schlagzeugaufnahmen nicht total verschissen, hätte ich gerne mehr Death und mehr Punch im Sound gehabt. Findest du, dass die Drums klingen, als hätten wir sie in ner Höhle aufgenommen? Knapp daneben, aber näher an einer Höhle kann ein Studio echt nicht sein, es war archaisch. Die Gitarren haben wir andererseits durch ein Cornford-Topteil gejagt und zwar so laut, bis es am Maximum gekratzt hat.

Wenn wir gerade bei eurem Sound sind, gegen Ende 2008 habt ihr mit T. Hellfinder eine zusätzliche Gitarre gewonnen. Wie ist das passiert und glaubst du, dass er schon einen grossen Einfluss auf euer Songwriting hatte? Ich hatte so das Gefühl, dass 'Beware The Wounded Beast' sich von den anderen Stücken ein bisschen abhebt.

Wir haben Jahrtausende lang nach einem Lead-Gitarristen gesucht und suchen immer noch einen Bassisten. Aber T. Hellfinder hat sich letztendlich gemeldet, weil wir Mercyful Fate als Einfluss angeführt hatten und weil in dem neueren Zeug mehr von diesem dunklen Heavy Metal Riffing drinnen ist. Wir arbeiten gerade an einem Stück von Hellfinder und werden dann ja sehen, wie er so drauf ist – bisher läuft es gut. Was den Sound angeht – die nächste LP wird mehr Punch haben – härter und heavier klingen. More guts, more glory!

Wie schreibt ihr überhaupt eure Stücke? Probt ihr und schreibt dabei oder macht ihr das zu Hause und nehmt dann einfach auf?

Bisher, also bei allen Stücken, die wir bisher aufgenommen haben, habe ich mir einen Grossteil von dem Zeug ausgedacht und es zu den Proben gebracht, wo ich es dann mit Hellfinder und AC auseinander genommen und neu aufgebaut habe. Das haben wir dann auf Kassette aufgenommen und die verschieden Themen dann ausgearbeitet. Ich finde es einfacher, mir die Sachen alleine auszudenken.

Siehst du eine bestimmte Form von Entwicklung in der Musik die ihr bisher geschrieben und veröffentlicht habt?

Ja, wir sehen da Veränderungen und auch einen Fortschritt. Ich bin mir nicht so sicher, wie das bei den Zuhörern ist, aber wir entwickeln uns mehr in Richtung eines im Mid-Tempo gehaltenen, epischen Stiles, mit einem Haufen Heavy und Speed Metal Einflüssen an einigen Stellen. Dann haben wir aber auch Stücke wie 'The Eternal Soldier' auf dem 'Subservience' 7'er, der irgendwie in eine andere Richtung geht, also wollen wir variabler werden.

Kann ich mir Hoffnungen machen, dass ich euch eines Tages live sehen kann? Oder wollt ihr für immer eine Studio-Band bleiben?

Hoffnungen? Ich weiss es nicht, ich weiss aber, dass wir er wollen – Also alles in allem, ja. Das Ziel nach dem ich das erste Demo gemacht hatte war, eine richtige Band zu gründen. Mit Auftritten und allem. Leider scheint es so als hätten die Zeit und der Mangel an Bassisten sich gegen uns verschworen.

Wie kommt es eigentlich, dass die meisten von euren Sachen bei Iron Bonehead Prod. rauskommen und das Album bei Pulverised Rec.?

Pulverised hatte uns angeboten, ein Album raus zubringen, allerdings nur auf CD, die Chance haben wir natürlich ergriffen. Da sie allerdings eh kein Vinyl rausbringen, waren sie so grosszügig, uns zu erlauben, dass das Album auch von einem anderen Label als LP gepresst werden darf und da wir den 'Subservience' 7"er schon bei Iron Bonehead gemacht hatten, waren sie auch willig, zusammen mit High Roller Records die LP raus zubringen.

Bevor wir dann auch schon fertig sind, hätte ich noch eine Frage aus persönlichem Interesse. Wie ist die Metal Szene in Australien so? Es gibt einige Bands aus Australien, die ich gerne mag (Gospel Of The Horns, Shackles, Destruktor, Assaulter...) aber ich hab noch nichts aus Australien gehört, dass nicht Blackend oder 'Deathened' Thrash Metal ist.

Die Szene ist klein, wirklich klein. Tonnenweise gute Bands – Aber ich glaube es gibt mehr Bands als Hörer. Es ist nicht im entferntesten 'cool', wenn du in Australien Metal hörst, also interessieren sich auch nicht viele Leute dafür, zumindest was den Underground angeht. Aber das ist auch gut so, es ist Metal, kein Laufsteg. Du könntest dir mal eine Band wie Portal anhören, nur so um dir akustisch das Hirn zu zerballern. Wenn du Death-Gerumpel willst, dann Cauldron Black Ram...es gibt ein paar, aber ich hab ein Jetlag und bin ziemlich im Eimer, also fällt mir gerade nicht mehr ein.

Okay Berserker, danke für deine Zeit und für das Interview. Gibt es zum Schluss noch Grüsse, Wünsche, Flüche oder irgendwelche anderen Sachen, die du immer schon mal loswerden wolltest?

Herzlichen Dank für die Zeit, die du dir für das Interview genommen hast, sollte es bei jemandem Interesse wecken, holt euch 'Salvation Like Destruction', erhältlich über Pulverised. Wenn du auf alte Sodom und dergleichen, vermischt mit ein bisschen epischem Kram stehst, geh hin und ziehs dir rein! Ausserdem, www.ironbonehead.de – Split 7"er mit den stinkenden Fischhändlern von Trench Hell – Du wirst nicht enttäuscht sein! Myspace.com/burningfront


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Asgrimm

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