Thanatos - Angelic Encounters (2001)

ThanatosStil: Death / Thrash Metal

Label: Hammerheart

Punkte: keine Wertung

Spielzeit: 43:10

Spätestens seit Necrodeath wissen wir, dass es in der Blüte der Death / Thrashzeit einige wirklich gute Bands gab, die zwar den Insiderkreisen bekannt waren, es aber nicht durch die Jahre hindurch schafften, geschweige denn zum grossen Erfolg kamen. Da ist es ganz klar, dass momentan manch alte Formation nochmals die Instrumente hervorkramt und versucht, auf der derzeitigen Death / Thrashmetalwelle mit nach oben zu schwappen. Auch Thanatos ist kein taufrischer Name mehr, denn bereits im Jahre 1984 machte diese Truppe aus Holland ihre ersten Gehversuche, wobei im Falle von Thanatos eigentlich nur von einer Konstante gesprochen werden kann, und die heisst Stephan Gebédi, seines Zeichens Vokalist und Gitarrist des wilden Haufens. Haufen ist hier wohl das absolut richtige Wort, denn Stephan hat im Laufe der Bandgeschichte gut und gerne 15 Mann "verheizt", was schon rekordverdächtig ist. Da wundert es einen auch nicht, dass die 1. Bandauflösung schon nach dem Demodebut "Speed Kills" stattgefunden hat. Aber diese war nicht von langer Dauer, denn schon bald hatte Stephan ein neues Line-Up zusammengestellt. Nach 3 weiteren Demos und zwei Longplayern, "Emerging from the Netherworlds" (1990) und "Realm of Ecstasy" (1992) war dann aber endgültig Schluss. Das damalige Label versaute die Promotion, während sich zusätzlich die Bandmitglieder untereinander zerstritten. Ende Feuer. Der Name Thanatos schien endgültig begraben.

Doch nun ist Stephan Gebédi wieder da, verstärkt durch wohlklingende Namen wie Aad Kloosterwaard am Schlagzeug (Sinister / Houwitser) und Theo Van Eekelen am Bass (Houwitser / Judgement Day). Ganz klar, man will es den jungen Hüpfern noch einmal richtig zeigen, und so gehen Thanatos nach einem kurzen, gespenstischen Intro mit "Angelic Counters" auch gleich in die Vollen. Es ist so, als würde ein Damm voller Aggression und Power brechen und seinen gesamten Inhalt in etwas über 40 Minuten auf die ahnungslose Hörerschaft ausschütten. Die Mischung aus halsbrecherischer Geschwindigkeit und "richtig bösen" Midtempoparts ("In Utter Darkness" macht nicht nur kleinen Kindern Angst) lässt kein Verlegenheitslächeln aufkommen. Thanatos 2000 steht den Youngsterbands in keinster Weise nach, im Gegenteil, hier könnte manche Strampelhosenformation noch etwas lernen. Stephan Gebédi und seine Mannen transportieren einen 10 Jahre alten Sound in die Gegenwart zurück, welcher durch die wahrlich gewaltigen Growl- und Kreischvocals des Frontmannes noch zusätzlich mit Energie und Kraft versehen wird. Mächtig ist hier das richtige Wort, denn dieses Album macht alles platt, was ihm im Wege steht. Die Neufaufnahmen alter Klassiker wie "The Howling" oder "Speed Kills" passen genauso ins Gesamtkonzept wie die neuen Titel, und das dürfte ein eindeutiges Zeichen dafür sein, dass die Holländer noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Ob Thanatos richtig in den Allerwertesten treten? Probiert's aus, und Ihr werdet Euch eine 3-tägige Alternative zum Sitzen überlegen müssen.




Tracklist:


01. Angelic Encounters
02. In Utter Darkness
03. Sincere Chainsaw Salvation
04. Infuriated
05. The Howling
06. Gods of War
07. The Devil’s Concubine
08. Speed Kills
09. Thou Shalt Rot



Bandkontakt:


http://www.thanatos.info/

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