Die Apokalyptischen Reiter - All You Need Is Love (2001)

Die Apokalyptischen ReiterStil: alles mögliche

Label: Hammerheart Records

Punkte: keine Wertung



Wenn man einen Werbeslogan für dieses Album finden müsste, könnte man vielleicht folgenden benutzen. "Eigensinnige Musik von eigensinnigen Menschen". Begründung? Okay ...

Mit einem Bandnamen wie Die Apokalyptischen Reiter, einem Plattentitel wie All You Need Is Love und Angesichts der Tatsache, dass teilweise in Deutsch gesungen wird, wird einem natürlich das trügerische Gefühl vermittelt, man könne diese Truppe schon klassifizieren, bevor man auch nur einen Ton gehört hat. Funpunk vielleicht, oder Neue Deutsche Härte im Stile von Rammstein (dem Herrn sei dank, es ist nichts derartiges).

Tja Leute, alles falsch, aber komplett. Aber fangen wir andersherum an. In Sachen Plattenveröffentlichungen gibt es ja ein ungeschriebenes Gesetz. Auf dem Erstling herrscht noch Narrenfreiheit, aber auf der zweiten Scheibe sollte man schon eine gewisse Richtung einschlagen und Verfeinerungen vornehmen. Die dritte CD muss dann eigentlich die Band etablieren. Wer's bis dahin nicht geschafft hat, schafft's kaum mehr. Diesen Weg sind die Apokalyptischen Reiter seit der Bandgründung im Jahre 1995 kontinuierlich gegangen. Nach Soft & Stronger und Allegro Barbare durfte man nun also auf den dritten Longplayer gespannt sein. All You Need Is Love präsentiert die Apokalyptischen Reiter in absoluter Höchstform. Neben einer brillianten Produktion aus dem Hause Stage One (Produzent Andy Classen) bescheren uns die Reiter 12 hochkarätige Songs, die sich stilistisch in keinster Weise festlegen lassen. Natürlich, heutzutage begegnet man Stilvermischungen auf mehr Platten, als einem eigentlich lieb ist, aber Die Apokalyptischen Reiter gehen da noch ein wenig weiter. Hier wird nicht vermischt, nein, es wird kombiniert. Oft treffen im gleichen Song 3 bis 4 Musikstile aufeinander, die wie Bausteine aneinandergehängt wurden. Schon der Opener Licked By The Tongues Of Pride zeigt dies eindrücklich auf. Nach einem harten Thrashgebolze verfallen die Reiter beinahe übergangslos in bombastischen Dark Metal mit tiefen Growls, und auf dem folgenden Stück, Unter der Asche, eröffnet die Truppe mit zierlichem Spinettgeklimpere, um nach einem weiteren Dark Metal Versatz in schnellen Thrash Metal mit blackmetallischen Kreischvocals zu verfallen. Ihr braucht mir hier beim Lesen gar nicht den Vogel zu zeigen, ich spür sowas! Das machen die tatsächlich, und das völlig ungeniert. Aber damit noch nicht genug. Erhelle meine Seele beginnt wie ein Seemannslied (natürlich mit cleanen Vocals), auf Gone hat man das Gefühl, einer melodischen Black Metal Band mit Folk Einflüssen gegenüber zu stehen, auf Reitermania bekommt man nebst hartem Metalgedresche Akkordeonklänge zu hören (!?!?!) und Regret ballert einem einen melodic Death Metal Riff um die Ohren, der sich gewaschen hat. Ich denke, das dürfte in Sachen Beispiele erst mal reichen.

Das wirklich Geniale an All You Need Is Love ist nun, dass dieses ganze Sammelsurium fabelhaft zusammenpasst. Aber die Vertreter der harten True-Linien werde gleich nochmals vor den Kopf gestossen. Sir-G (drums) sieht aus wie ein Student, Eumel (vocals, guitars) wie ein Metaller, Volk-Man (bass, screams) hat eine Hippiefrisur und Dr. Pest (keys) würde mit Schlips als Rechtsanwalt durchgehen. Diese ganze Beschreibung zeigt wohl hauptsächlich eines. Die Apokalyptischen Reiter wollen ihren eigenen Metal spielen und bedienen sich daher querfeldein aus allen möglichen Sparten, und zwar gleichzeitig. Weg von den Schubladen, hin ins organisierte Chaos. Eigensinnig Menschen eben, die eigensinnige Musik machen ...




Bandkontakt:


http://www.reitermania.de/

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