Hell United - HornoKracy (2008)

Hell UnitedStil: Death Black Metal

Label: Lilith Productions

Punkte: 8/13

Spielzeit: 43:39

Ein frischer Polen-Export feuert dieser Tage aus allen Rohren eine erste Salve auf Fachpresse und Publikum - die Rede ist von Hell United, einem Quartett, das sich dem ungestümen Death Black Metal verschrieben hat.
"HornoKracy" ist der Titel des Debut-Feuerwerks und beinhaltet zehn wutentbrannte Kompositionen, die es auf eine knappe dreiviertel Stunde Spieldauer bringen.

Stilistisch können die Ostblockler schnell als Fans aktuell angesagter Trümmer-Kombos der Marke Hell Eternal enttarnt werden, denn nicht nur der Bandname deutet unzweifelhaft in die Richtung.
Auch das Songwriting hat man sich bei grossen Vorbildern abgeschaut und intoniert deftigste Kost der schwerverdaulichen Art.
So wird nach einleitendem Ausholen ohne Rücksicht auf Verluste drauf los geschrotet und aggressivstes Todesblei in rohe Formen gegossen.
Tragendes Element des Tonmaterials ist das Schlagzeug, das seiner Double-Bass-Abhängigkeit nur selten in beengte, gemässigtere Gefilde entfliehen kann, was zu übermächtiger rhythmischer Eingefahrenheit führt und den einzelnen Stücken Variation und Wiedererkennungswert nimmt.
Die tiefen, treibenden Gitarrenläufe lassen sich ebenfalls nur gelegentlich zu kurzen Soli hinreissen und begnügen sich vom ersten bis zum letzten Ton des Albums mit ihrer Rolle als schmückendes Beiwerk.
Kurz: Alle zehn Lieder klingen nahezu gleich beziehungsweise sehr ähnlich.
Von Vorteil ist, dass man sich dazu durchgerungen hat, ab und zu mal ein schüchternes Sample einzubasteln, denn ohne diese Flicken würde "HornoKracy" noch identitätsloser am Hörer vorbeirauschen.
Für ein Debut-Album absolut in Ordnung geht die Produktion, die sich mit Hochglanz-Produkten zwar nicht messen lassen kann, dennoch aber durchweg druckvoll und makellos daherkommt.

Für mich steht bereits nach zweimaligem Hören fest, dass ich mich mit "HornoKracy" nicht werde anfreunden können.
Ohne Hell United zu nahe treten zu wollen ist es dennoch Fakt, dass man heutzutage viele Death Metal-Veröffentlichungen angeboten bekommt, deren Inhalt packender und mitreissender ist, als der vorliegende Erstling der Polen.
Schade, dass man sich zwar konsequent in die grossen Fussstapfen diverser Ikonen wagt, deren Vorgaben jedoch nicht zum eigenen Vorteil aufgreifen kann.
Freunde gepflegter Knüppelei könnten an "HornoKracy" Gefallen finden, sollten ihre Erwartungen aber nicht zu hoch ansetzen.




Tracklist:


01. Eucharistik Masochism
02. Lamentation Of Gods
03. God Father - Goat Father
04. Gospel Of Havoc
05. In The Name Of Hellfire
06. Insatiable Thirst For Injure
07. Miserere
08. Extra Strength Of The Obscure
09. Too Pity Too Profane
10. Great Expiatory's Suicide

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