Netherbird - the ghost collector (2008)

NetherbirdStil: Symphonic Black Metal

Label: Pulverised Records

Punkte: 10/13

Spielzeit: 62:35

Eine neue Cradle of Filth Scheibe? Nö. Die Jungs heissen Netherbird und kommen aus Schweden. Die "Art" Musik klingt aber stark nach den Engländern. Hätte die Scheibe einen ebenso guten Klang verpasst bekommen, wie die neueren Cradle Alben, dann wäre ich noch einen Tick glücklicher damit. Aber ich bin ja ein Fan der Vampire Metaller und finde deshalb auch an den gitarrenmelodielastigen und vom Gesang und der Instrumentierung her sehr abwechslungsreichen Musik der Schweden von Netherbird grossen Gefallen.

Aber es ist ja auch ein Ex-Cradle Member mit von der Partie, wie ich dem Beipackzettel entnehme. Und zwar handelt es sich dabei um Adrian Erlandsson an den Drums, der auch bei The Haunted und At the Gates die Felle drosch. Allerdings ist auch Janne Saarenpää, ehemals Schlagzeuger von The Crown und Angelblake mit im Boot. Aber zwei gute Drummer genügen den Jungs wohl nicht, denn man holte sich auch noch Mojjo hinter die Schiessbude, der Aktuell bei The Projekt Hate tätig ist und ehemals bei Lord Belial und Runemagick spielte. Also was ist da jetzt eigentlich los? Zum einen muss man sich, um das halbwegs zu verstehen, die Mitarbeiterliste von "the ghost collector" ansehen.

Adrian Erlandsson - Drums (1-9), Alexxx – lead guitar (12), Atvia – Chant (6), Blood Orchid Choir – choir (12), Bizmark – Guitars, keyboards, choir on all tracks, Brice LeQlerc – Bass (12), Grim – Guitars (10-12), Ivar Edding – Piano (12, 13), Jan Saarenpää – Drums (12), Klara Gripe – vocals (8), choir (2, 3, 5, 6 & 8), Metallic Kitty – Vocals (10), Mojjo – Drums (10-11), Nephente – vocals on all tracks, Nord – Vocals (3), Choir (2, 3, 5, 6 & 8), Skinny – Bass (10-11) Tinitus – lead guitar (11), Tranquil Chaos – Piano (12), Valkyria – Bass (2-9).

Aber wie kommt solch ein Wahnsinn zu Stande? Als ich in den früheren Releases der Band schmökerte, bin ich auf die Antwort gestossen. Das Erste war die "Boulevard Black Promo Single" und das zweite die "Boulevard Black free Single". Auf ersterem befand sich der Song "Boulevard Black" und auf der zweiten dieser Song und das Stück "Boulevard Black (reprise)". Beide befinden sich ganz am Ende der neuen CD. Der dritte Release war die free EP "Blood Orchid", welche die zwei eigenen Lieder "Blood Orchid" und "Ashen Nectar" und den Coversong "Love under Will" präsentierte. Die zwei eigenen Stücke befinden sich ebenfalls auf der aktuellen Lichtscheibe. Tja, und dann gab es noch die "Lighthouse Eternal (Laterna magika) EP" von der sich alle sechs musikalischen Ausflüge, mitsamt Intro, auf "the ghost collector" wieder finden. Für ein komplettes Album hat man dann aber noch eine zusätzliche Einleitung und zwei neue Tracks, die sich am meisten nach den oben erwähnten Briten anhören, aus dem Ärmel gezaubert. Nach dem alle Veröffentlichungen, bis auf die Neue, Promos und gratis Ausgaben waren, werden diese wohl eh schon lange vergriffen sein, weshalb dieses Vorgehen gar nicht mal so schlecht ist. Es erklärt aber auf jeden Fall, warum derart viele Musiker mitwirkten. Die Aufnahmen erstreckten sich nämlich auch über einen Zeitraum von drei Jahren.

Trotz alle dem klingt das Album wie aus einem Guss. Und das vom ersten bis zum letzten Titel. Wenn man sich darauf einlässt bekommt man eine Irrfahrt durch die Welt der Gefühle, ohne dabei eines davon extrem hervorzuheben. Ein wenig Stärke, ein wenig Hass, ein wenig Euphorie, ein wenig Depression, und alles mit einem Schuss hymnenhaftes garniert. Gitarre, Schlagzeug und der Kreisch-, Keiffgesang bilden das Fundament des Ganzen und wie es der Teufel so haben will, haben genau diese Elemente den dünnsten und kraftlosesten Klang. Man hört alles Wunderbar, aber wenn man im Auto die Anlage voll auf dreht nimmt es einfach die gebotene Räumlichkeit nicht richtig ein. Normalerweise müssten die Instrumente derart präsent sein, dass die Scheiben zittern. Die wunderbaren Basslinien machen da einiges wieder wett und sind auch umso deutlicher zu vernehmen. Aber das hätte man auch auf eine andere weise geschafft, dafür müssen Schlagzeug und Gitarren nicht dünnwandig sein.
Bombastischer Sound trifft einem auf jeden Fall bei den Chören und Streichern und auch beim Piano, welches wirklich wie bei einer klassischen CD klingt. Das haben sie sehr gut hin bekommen.

Also was labere ich hier noch lange herum? Wer glaubt zur Zielgruppe zu gehören, der sollte unbedingt ein Ohr riskieren, denn die Scheibe ist alles andere als schlecht. Um eine Bestnote einzufahren ist sie mir allerdings zu wenig eigenständig. Es wurde alles schon einmal so ähnlich gehört. Aber welche Bands definieren schon noch etwas neu?




Tracklist:


01. Dead Grid Incantation
02. The Blackest Breed
03. Carcass Symphony
04. Adrift on the sea of misery
05. Lighthouse Eternal (Laterna Magika)
06. Hidden Beneath flesh pest ridden
07. Beauty of Bones
08. Forever Mournful
09. Adrift towards eternity
10. Blood Orchid
11. Ashen Nectar
12. Bouleard Black
13. Boulevard Black (reprise)


Bandkontakt:


http://www.netherbird.com

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