Hermh - Cold Blood Messiah (2009)

HermhStil: Symphonic Black / Death Metal

Label: Regain / Mystic Production

Punkte: 10/13

Spielzeit: 38:49

Vampirgesudel, Bombastmetal und dann auch noch das Wort "symphonisch": Das polnische Urgestein Hermh löst bei so manchem Traditionalisten nicht gerade wohlwollende Assoziationen aus. Vergleiche mit neueren Dimmu Borgir und Old Man’s Child lassen eine Ecke erahnen, welche den Schreibenden schon allzu oft zum Schreienden mutieren liessen. Die überzeugenden Kritiken zu den Vorgängeralben und die Tatsache, dass sich mittlerweile das schwedische Monsterlabel Regain das Quintett unter den Nagel gerissen hat, spricht allerdings für eine unvoreingenommene Sezierung des aktuellen Schaffens der Mannen rund um den singenden Wonneproppen Bart.

Schon rein von der Aufmachung her merkt man wie ernst es die Polen meinen. Ein herzallerliebst zubereitetes Chromokarton-Fabrikat beschichtet mit hochpoliertem Glanzlaminat umhüllt die Scheibe und die beigelegte Digital Versatile Disc, welche optisches Material in Form einer Bandbefragung mitbringt. Eine Wuchtsproduktion aus den Hertz Studios macht den Spatenstich. Für den adäquaten Grund und Boden hat der Fünfer also gesorgt. Wie steht es aber mit dem darauf konstruierten Gebäude? Villa oder doch nur Holzhütte?

Grundsolider Schwarzstahlbackstein formiert das Grundgemäuer. Hohe Gitarrenwände und wiederhallende Bodensteine beräuchern die Räume mit dem nötigen Sakralgut. Synphonisches Tastenschillern erschafft das Gefühl von schleierhaften Vorhängen. Unbändig vielseitige Stimmen von Chor bis Kreisch- und Klargesang erhallen aus dem Untergrund. Ein dichtes Arrangement aus Trommelwirbeln und Gitarrensalven knallt die nötige Wandverzierung in das Gebäude. Todesbleiartige Komplexität verdeutlicht die technischen Ambitionen der Architekten. Tempowechsel und gezielt aufgebaute Spannungsbögen zeugen von handwerklicher Intelligenz. Glanzpolierte Porzellanfiguren mit leicht modernem Einschlag runden das Gebäude inhaltlich ab.

Die anfangs gehegten Bedenken stehlen sich im Nu davon. Einzig die eine oder andere Wiederholung lässt nach einem Duzend Durchläufen ein dezentes Gefühl der Fadheit entstehen. Dazu gibt es für den einen oder anderen Innenarchitekten wohl etwas zu viel Pathetik. Ansonsten hat die Bauinspektion nichts zu bemängeln.

Hermh haben es geschafft: Sie bauen eine bombastische sakral-Villa auf solidem Schwarzstahlgrundgemäuer.




Tracklist:


01. Hairesis
02. Instrumentum Diaboli
03. Eyes of the Blind Lamb
04. Lord Shall Be Revealed
05. I Bring You Fear
06. Sin Is The Law
07. Gnosis
08. Who Can Be Against Us
09. In My Flesh I See God


Bandkontakt:


http://www.hermh.pl/

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