Ragnaröek - Rache (2009)

RagnaröekStil: Folk Metal

Label: Trollzorn

Punkte: 11/13

Spielzeit: 38:43

Wenn man In Extremo, Running Wild und Rammstein in einen Topf wirft und kräftig umrührt, dann schmeckt das Süppchen sicherlich ähnlich wie "Rache", das Debut-Album der norddeutschen Mittelalter-Rocker Ragnaröek.
Und Mittelalter-Rock ist wahrhaftig etwas sehr feines und wohl bekömmliches - sofern er rundum gut gemacht ist.
Ragnaröek waren mir persönlich bislang kein Begriff, schicken sich aber an, ohne Umschweife den erlauchten Kreis der grossen Namen zu bereichern und mit "Rache" das umtriebige Genre aufzumischen.

Schnell werde ich dazu genötigt, meinen Hut zu ziehen, denn was Ragnaröek da in elf Kapiteln präsentieren, ist zweifellos als Creme de la Creme zu kategorisieren.
Zum ersten bietet man thematisch und lyrisch gehaltvolle Inhalte auf, die sich in epischen Sternstunden (man verzichtet dankenswerterweise auf das Reim-Dich-oder-stirb-Prinzip und hat lange an schlüssigen Reimen gefeilt) und letztlich auch in mitreissendem Songwriting widerspiegeln.
So konzentriert man sich darauf, jedem Singspiel eine eigene Note zu verpassen und auch deren Wiedererkennungswert zu maximieren, was sich nur mit Melodien bewerkstelligen lässt, die sich gleich beim ersten Einhören im Gedächtnis festklammern.
Akustisch zeigt man sich wuchtig und druckvoller als viele Genrekollegen.
Die Sackpfeife fungiert nicht als notwendiges Übel, sondern als Fels in der scharfen Brandung zwischen dynamischen Power Metal-Gitarrenriffs und durchweg handfestem Drumming und macht Stücke wie "Feuertanz" überhaupt erst möglich.
Im vokalen Bereich verlässt man sich zu Recht auf eine ruppige Klarstimme, die sich von Rammstein und Onkel Tom hat inspirieren lassen und als tragendes Element von "Rache" genannt werden muss - bei manchen Liedern, wie zum Beispiel bei "Fleisch", treten zudem noch dezente Hintergrundchöre an, um den Reigen abzuschmecken.
Die Produktion passt wunderbar zur Mittelalter-Musik und hebt die wesentlichen Aspekte hervor, während auf schmucken Überfluss bewusst verzichtet wird - die einzelnen Instrumente finden ausreichend Spielraum und werden fein in Szene gesetzt.

Eindeutig ein kleiner Höhepunkt des noch jungen Jahres, was uns Ragnaröek da ins Haus liefern.
Man sollte sich keinesfalls vom unbekannten Namen täuschen lassen, denn hinter "Rache" verbirgt sich Sackpfeifen-Rock vom Feinsten, der die Köpfe knapp vierzig Minuten lang zum Nicken bringt und direkt ins Blut geht.
Und bietet sich einem die Gelegenheit, Ragnaröek live zu erleben, so sollte man sich dieses Spektakel tunlichst nicht entgehen lassen, denn die Herrschaften machen richtig zünftig Party.




Tracklist:


01. Spielmann
02. Rache
03. Meister Röckle
04. Diener
05. Knochenschiff
06. Tanz mit mir
07. Fleisch
08. Feuertanz
09. Ragnaröek
10. Totentanz
11. Küss mich


Bandkontakt:


http://www.ragnaroeek.de


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