Nachtgeschrei - Am Rande der Welt (2009)

NachtgeschreiStil: Medieval Metal

Label: Massacre Records

Punkte: 7/13

Spielzeit: 46:37

Für mich ist die Medieval Metal-Welle eigentlich vorbei. Abgelöst wurde sie vom Viking und Pagan Metal und die grossen Zeiten der einstmals als Geheimtipp fungierenden Schandmaul und In Extremo sind vorüber. Rollenspieler werden mich hauen wegen dieser zugegebenermassen subjektiven Beobachtung. Rollenspieler werden mich, als vielleicht letzte Fans dieses Genres, hauen, wenn sie weiterlesen.

Nachgeschrei kommen aus Frankfurt und "Am Rande der Welt" ist ihre zweite Scheibe. Volle Länge, Massacre Records. Die typische Instrumentalisierung – Drehleier, Akkordeon, Dudelsack, Gitarren. Okay, geben wir dem Teil eine Chance.

Das Intro haut dann doch ziemlich rein. Folkige Akustikgitarren gewähren den Eintritt in eine warme Stube mit Holzboden und Fellen an den Wänden. Irgendwann beginnt ein Kaminfeuer zu entflammen und sorgt durch verzerrte Gitarren für ordentlichen Groove in der lauschigen Hütte.
Mit "Muspili" schmeisst man uns aber wieder raus und drängt uns in eine schmale Gasse, an deren Ende eine Mauer wartet. Einbahnstrasse. Denn nach dieser Nummer tut sich nichts Neues mehr auf dem Album, hin und wieder bleibt mal wieder eine Textstelle hängen und wahrlich, die Texte gefallen mir! Fern von "Ein Jüngling tötet Drachen, bohnert Jungfrauen und wird König im Märchenland" umschreibt Sänger Hotti nicht eben dieses historisch inkorrekte Leben im Mittelalter, sondern vielmehr versteckt er damalige Weltansichten und Philosophien in sehr bildhaften und metaphorischen Texten.
Die elektronische Gitarre bemüht sich zu sehr, die ganze Chose als "Metal" durchgehen zu lassen, während die altertümlichen Instrumente vor sich hin dudeln. Das grobe Image passt nicht zur besonnenen, aufgeklärten Stimmung, die Nachtgeschrei erzeugen. Durch eben dieses Metal-Getue rutschen sie qualitativ leider in altbekannte Richtungen ab. In Extremo lassen grüssen.

Das Potenzial der Frankfurter liegt ganz klar bei der Handhabung ihrer mittelalterlichen Instrumente und der angenehm realistischen Lyrik. Meinen Nerv treffen sie mit den elektrischen Gitarren nicht und deshalb empfehle ich ihnen, mehr Wert auf die alten Instrumente zu legen. Denn langweiligen Mittelaltermarkt-Dudelscheiss würden Nachtgeschrei letztendlich nie produzieren, egal in welche Richtung sie sich weiterentwickeln.




Tracklist:


01. Fiur
02. Muspili
03. Herz aus Stein
04. Fernweh
05. Niob
06. Lauf!
07. Windfahrt
08. Nur ein kleines Stück vom Himmel
09. Wahrheit
10. Der Totmacher
11. Glut in euren Augen


Bandkontakt:


info@nachtgeschrei.de
http://www.nachtgeschrei.de/

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