The Ruins Of Beverast - Unlock The Shrine (2004)

The Ruins Of BeverastStil: Dark / Black Metal

Label: VÁN gbr

Punkte: 9/13

Spielzeit: 70:27

The Ruins Of Beverast hat sich einer schier unüberwindbaren Herausforderung gestellt. Über siebzig Minuten lang schleppenden Dark / Black Metal zu zelebrieren, ohne dabei Längen zu zeigen, scheint ein kaum reichbares Ziel. Ob Meilenwald (Ex-Nagelfar) als einsamer Kämpfer mit The Ruins Of Beverast dieses Ziel erreicht hat?

Der angesprochene Richtungspunkt kann nur auf zwei Wegen erreicht werden: Man bringt unheimlich viele neue Ideen in die Musik ein oder es werden Klangwelten geboten, die an Gemütsbewegungen nur so strotzen. Alexander von Meilenwald geht gleich beiden Pfade entlang. Die meist gemächlichen Klänge schürfen tief, lassen die Fröhlichkeit vergessen und ziehen den Hörer hinab in bodenlose Depressionen. Mit dezenten Keyboards und wenig Gesang entsteht eine Atmosphäre, die nicht zu letzt an die unvergesslichen Nagelfar erinnert. Meist geht man aber schleppender voran als das wendige Totenschiff.
Auf dem kreativen Pfad wandert Meilenwald, wenn er mit Kirchenchören, Vinylknistern, Kirchenglocken, Folksmusik und verschiedenen dunklen Ambient Geräuschen werkelt und experimentiert. So gedeihen dramatische Geräusche und Zwischenspiele. Darüber hinaus sorgen verschiedene Stimmklänge (abwechslungsweise sauber, geflüstert, krank und geschrieen) für Kurzweil.

Ganz an Wunderwerke wie Nagelfars "Hünengrab im Herbst" kommt das zweite Album von The Ruins Of Beverast nicht heran. Aber das Ziel, die siebzig Minuten kurzweilig zu gestalten, hat Herr von Meilenwald bis auf ein paar zu lang geratene Zwischenspiele und den eigenartigen, bisweilen langweiligen zweiten Teil des Titelsongs erreicht. Nur gelegentlich fällt auf, dass praktisch sämtliche Songs überlang sind und zwei davon sogar die zehn Minuten Grenze knacken. Somit ist "Unlock The Shrine" ein ziemlich guter Start des neu gegründeten Labels VÁN.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp in eigener Sache, damit wir auch nächste Woche noch Leser haben: Hört euch die Scheibe nicht zweimal direkt hintereinander an. Denn nach dem ersten Durchgang reicht es noch knapp, um noch einmal inne zu halten: Es ist nur Musik. Also leg die verdammte Rasierklinge wieder weg!




Tracklist:


01. Between Bronze Walls
02. Skeleton Coast
03. Euphoria Whe The Bombs Fell
04. God Sent No Sign
05. The Clockhand’s Groaning Circles
06. Summer Decapitation Ritual
07. Cellartures
08. Unlock The Shrine
09. Subterranean Homicide Lamentation
10. The Mine
11. White Abyss


Bandkontakt:


ruins_of_beverast@wod-van.de


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